schumacherThomas Schumacher ist nicht nur ein begnadeter Produzent und großartiger DJ sondern auch ein langjähriger Freund. Deswegen freue ich mich sehr, dass wir Thomas gewinnen konnten, dass er am 27. Juni im Butan zu unserer kommenden Focus On-Party zusammen mit Recondite spielt.

Anlässlich der Party haben wir ein kleines, aber feines Interview geführt.
FM: Du spielst am 27.06.2014 mal wieder im Butan. Wo legst du lieber auf? In kleinen Clubs, im Ausland, auf Open-Airs?
TS: Erst einmal freue ich mich natürlich, an einer solch ehrwürdigen Stätte wie dem Butan in Wuppertal aufzulegen. Ich habe da doch einige sehr schöne Erinnerungen an wilde Nächte. Dazu noch auf eurer Party, was will man mehr. Was das Auflegen im In- und Ausland angeht, da habe ich so gut wie keine Präferenzen. Ich bin immer neugierig und gespannt, was auf mich zukommt. Natürlich ist es aber in Berlin schon ziemlich spitze. Die Qualität der Parties, Clubs und Festivals istenorm. Und nach dem Gig zu Hause aufzuwachen (im besten Fall!), hat auch was.

FM: Mit dabei am 27. Juni ist auch Recondite. Ihr wohnt beide in der Hauptstadt. Habt ihr euch bereits kennengelernt? Und was ist deine Meinung zum ’neuen Berliner Techno’?

TS: Endlich lerne ich Recondite mal kennen. Seine Musik gefällt mir sehr gut, und ich habe von seinen tollen Live Sets gehört. Neuer Berliner Techno? Was ist das gerade? Hier passiert ständig so viel, alles ist in Bewegung und verändert sich laufend. Das macht den Berliner Sound für mich aus.

FM: Du bist nun schon lange dabei Thomas. Was hat dich bzw. deine Produktionen in den 90ern beeinflusst und was inspiriert dich heute?

TS: Das Leben in all seinen Facetten, damals wie heute. Dabei spielen Reisen in ferne und nicht so ferne Länder (und natürlich die Heimspiele) immer eine große Rolle. Die Eindrücke, die ich auf Tour mitnehme, nicht nur die beim Spielen, beflügeln mich, an neuen Sounds und Ideen zu arbeiten. Musikalisch hat mich in letzter Zeit SOHN mit seinem Album „Tremors“ wahnsinnig beeindruckt und auch inspiriert. Dieser Ansatz, sehr souliges Song Writing mit analogem, fast schon technoidem Sound-Design zu kombinieren, ist extrem spannend.

FM: Momentan gibt es eine wahre Festival-, Label- und Künstlerschwemme. Jeden Monat erscheinen mehr digitale Releases denn je. Wie ist deine Meinung zur musikalischen Szene in Deutschland? Wie behältst du den Überblick?

TS: Das ist doch einfach, man liest das FAZE Magazin regelmäßig, guckt dazu FAZE TV und weiß bestens Bescheid.
FM: Alter Schleimer.

FM: Du hast dieses Jahr bereits die EP „I’ll Do You“ auf deinem Label Electric Ballroom veröffentlicht. Was steht noch im Kalender für 2014 und welche Ziele verfolgst du mit deinem Label Electric Ballroom?

TS: Gerade ist ein neuer Remix von mir auf Heulsuse erschienen, da konnte ich endlich mal eine Hammond Orgel in eine Produktion einbauen, hat mir viel Spaß gemacht und den Jungs gut gefallen. Dirty Doering hat auch geremixt und einen fetten Mix hingelegt. Am 26. Juli erscheint meine nächste Single namens “I Won’t Run” und das ist ein Feature mit meiner Herzdame Caitlin. Ich bin schon ausgeprochen gespannt auf die Reaktionen. Der Song hat schon ein bisschen was von Elektrochemie (zu Get Physical Zeiten). Die Remixe kommen von Dustin Zahn und Denite, und das Ganze erscheint auf Noir Music, einem meiner Lieblings-Labels. Ansonsten stehen neue Releases auf Electric Ballroom in den Startlöchern, das wird ein (musikalisch) heißer Sommer.

FM: Bei deiner langjährigen Erfahrung, den vielen Reisen und unzähligen Auftritten gab es sicherlich viele tolle Momente. An welche denkst du immer wieder gerne zurück? Welcher hat sich eingebrannt, dich vielleicht nachhaltig geprägt?

TS: Ohne Witz, der Video Dreh zu „Schall“ (u.a mit dir!) damals in Bremen, den werde ich niemals vergessen. Nicht nur weil wir jede Menge Spaß hatten. Wenn man sich das Video ansieht und die Geschichte kennt. Krass! An sich war das ja eine Persiflage auf das Business und die Menschen in der Musik-Industrie. Und dann tritt so Vieles aus dem Clip im Nachhinein ein (zum Glück nicht alles!!!). Das ist einfach grandios und unvergesslich.

schall

FM: Welchen Song wirst Du auf jeden Fall im Butan spielen?

TS: Du darfst dir ausnahmsweise was wünschen mein Bester!
Hier noch ein paar interessante Infos zu Thomas Schumacher, der am 13 April in Bremen geboren wurde. Seine ersten elektronischen Gehversuche produzierte er zusammen mit Ilker Yilmaz unter dem Projektnamen NIP Collective. Das war 1993 und ging in die Hardtrance-Richtung. Als das Kollektiv 1997 auseinander ging,  Schumacher das Projekt Elektrochemie LK ins Leben, releaste aber auch unter seinem bürgerlichen Namen. Der Durchbruch gelang ihm auf dem britischen Label Bush, auf dem er die Tracks „Ficken“ und „When I Rock“ veröffentlichte. Hier erschien auch 1998 sein erstes Album mit dem Titel „Electric Ballroom“ – so heißt heutzutage das eigene Label Schumachers. Den kommerziellen Durchbruch erzielte Schumacher im 2000, als Elektrochemie LKs Single „Schall“ vom Major-Label eastwest / Warner gesignt wurde und in dem Major-Album „Gold“ mündete, das 2001 auf eastwest erschien.
Und hier geht es zur Party am 27.06.2014
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