Tipp von Radio Slave: „Techno von 2017 bis 2020 heute noch großartig“

Radio Slave hat auf Instagram seine Begeisterung für Techno aus den Jahren 2017 bis 2020 betont.

„Letzte Woche haben Tal Fussman und ich uns in Rio getroffen. Musik war das Gesprächsthema und nachdem wir uns getroffen hatten, beschloss ich, meine Kaufhistorie von Beatport von 2017-2020 zu durchforsten.“

Für ihn steht fest, dass diese Zeit voller Kreativität und Innovation war. „Ich hatte schon damals gesagt, ich könnte heute wahrscheinlich einfach ein Set aus diesen Jahren spielen, und ich habe mich nicht geirrt! Es wurde so viel gute Musik veröffentlicht und es gab auch jede Menge Innovation und Kreativität im Techno.“

Besonders beeindruckt zeigte er sich von den Tempi im Peak-Time-Techno, die zwischen 125 und 134 BPM lagen. Radio Slave resümiert: „Alles, was ich damals gekauft habe, klingt immer noch frisch!“

Seine Forderung: „Tolles Zeug, und wir brauchen definitiv mehr Playlists aus der jüngeren Vergangenheit.“ Dennoch bleibt er offen für Neues: „Bitte denkt dran, dass ich immer noch auf der Suche nach neuer Musik bin und Geschäfte wie Hard Wax und Clone Record Store sind immer noch der Maßstab für Qualität.“

Gleichzeitig kritisiert er die Entwicklung der großen Plattformen: „Es ist einfach schade, dass es immer schwieriger wird, die guten Sachen auf einigen der größeren Plattformen zu finden, da Techno kommerzieller geworden ist und die wahre Kunstform auf versteckte Subgenres beschränkt ist.“

Unterstützung für seine Gedanken kam von Szenegrößen wie Cinthie, Will Clarke, Riva Starr, Steve Lawler und Kollektiv Turmstrasse, die in den Kommentarspalten zustimmten.

Zwischen 2017 und 2020 veränderte sich Techno spürbar. Die Demokratisierung der Musikproduktion durch Samplepacks und Software wie GarageBand ermöglichte mehr Produzenten den Zugang.

Gleichzeitig entwickelten sich neue Subgenres und regionale Szenen rückten stärker in den Fokus. Social Media und neue Managementkonzepte trieben die Professionalisierung voran, während sich House, Techno und andere elektronische Stile zunehmend vermischten.

Radio Slave ist seit den frühen 1990er Jahren Teil der Szene. Als Resident im Londoner Ministry Of Sound prägte er Mitte der 90er Jahre die Clubkultur entscheidend. Mit seinem Label Rekids, das er 2006 gründete, schuf er eine Plattform, die bis heute international zu den einflussreichsten Labels für House und Techno zählt.

Neben unzähligen Edits und Remixen, auch für Popstars wie Kylie Minogue, bewies er immer wieder stilistische Offenheit. Stationen in London, Berlin und zuletzt Kroatien haben seinen Sound ebenso wie seine Karriere geprägt.

Seine Worte sind ein Plädoyer für die Wertschätzung jüngerer Musikgeschichte und gleichzeitig eine Aufforderung, die Suche nach neuen, qualitativ hochwertigen Produktionen nicht aufzugeben.

 

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