tocotronic


Was für ein Zusammentreffen. Tocotronics aktuelles Album „Die Unendlichkeit“ erhält eine Remix-Dusche. Aber sehr gezielt, nur zwei Songs und drei Remixer. Und das Ganze auf zwei 12Inches verteilt. Die drei, das sind Marcel Dettmann, Roman Flügel und Michael Mayer – das ist ein Versprechen! EP 1 ist „Die Unendlichkeit“ mit Roman Flügel. Sein Clubmix wandert ins New York der 80er-Jahre, lässt die Synthies und die Snare von oder Leine, marschiert Stolz im Wippschritt – vorwärts, rückwärts, seitwärts, ran – durch die Straßen des Big Apple. Remix #3, der zweite ist ein Instrumental von #1, vibriert weiter durchs Jahrzehnt, fieberhaft und breit. EP 2 „Bis Uns Das Licht Vertreibt“ teilt das Spielt mit dem Historismus weiter, Marcel Dettmann gibt uns eine Geschichtsstunde in Sachen Berghain. Im Zwielicht zwischen Sonntag und Montag wummert der Berliner sein straightes Techno-Geklöppel durch die Boxen. Und Michael Mayers führt uns mit „Dirk’s Diner Remix“ und seinem Groove nicht in irgendein Diner, sondern geradewegs in „Tom’s Diner“, dem legendären Song von Suzanne Vega. Und danach geht mit den „Nikotin Dub“ weit über die „zehnte Zigarette“ hinaus Richtung glückseligen Deelite- und Soul2Soul-Gewummse und Trallala. Ein sehr feines und bemerkenswertes 12Inch-Doppel, mit Geschrammel und Fiepsen. 10/10 Acid Hasselhoff