lebkuchen

Diese Nachricht passt perfekt zur Adventszeit. Echte Lebkuchen haben es in sich. Nicht jeder mag Lebkuchen, aber nach dieser Meldung wird sich die Zahl der Lebkuchen-Fans wahrscheinlich vergrößern. Lebkuchen und Glühwein gehören zu jeder Weihnachtsfeier und jedem Weihnachtsmarktbesuch, denn Zucker und Alkohol vertreiben Kälte und schlechte Laune. Der Lebensmittelchemiker Udo Pollmer hat jedoch darin auch Wirkstoffe aufgetan, für die sich sogar Drogenfahnder interessieren. Echte, authentische Lebkuchen sind dank erlesener Zutaten wie Mandeln und exotischer Gewürze ein kulinarisches Highlight. Selbst beim Triebmittel ist der Lebkuchen etwas Besonderes. Statt billigem Backpulver gehört das teurere Hirschhornsalz zur Rezeptur. Doch nicht alle sind davon begeistert. Bei so teuren Rohstoffen werden die Hersteller kreativ und suchen im Lebensmittelrecht nach Lücken und auf dem Markt nach Ersatzstoffen. Statt der hochpreisigen Gewürze gibt’s viel günstigere Aromen. Richtig dosiert ist der Geschmack kaum zu unterscheiden. Statt Mandeln tun es zur Not auch Erdnüsse. Wozu Hirschhornsalz einkaufen? Mit billigem Backpulver lässt sich der Teig gleich abbacken und er muss nicht, wie bisher, einige Zeit kühl stehen. Das spart Lagerkapazität und Zeit. Der Kunde bekommt damit für immer weniger Geld immer mehr Lebkuchen.

Wie kommen Amphetamine in den Lebkuchen? Früher wurde das Hirschhornsalz durch das Salz aus geraspelten Hirsch-Geweihen gewonnen – dabei entstand Ammoniumcarbonat. Heute müssen dafür keine Hirsche mehr erlegt werden, das erledigt jetzt die chemische Industrie. Ammoniumcarbonat setzt im Teig nicht nur Kohlendioxid frei, sondern auch Ammonium. Und dieses reagiert im Backofen mit den Lebkuchengewürzen: mit den Allylbenzolen und Propenylbenzolen. Das sind keine neuartigen Umweltgifte, sondern wichtige Bestandteile von Anis, Nelken, Zimt, Muskat und Kardamom. Mit Ammonium entstehen daraus Amphetamine. Sie haben richtig gehört – denn darunter sind auch Substanzen, für die sich Drogenfahnder interessieren. Ein bekannter Vertreter dieser Stoffklasse ist Ecstasy.
Da sich im Lebkuchen, zumindest in einem ordentlichen Lebkuchen, reichlich Ausgangsstoffe für die Synthese von Amphetaminen befinden, steigt damit das weihnachtliche Wohlbefinden. Das ist sein Erfolgsgeheimnis. Wenn es aber gelingt, die Rezeptur systematisch auszudünnen – natürlich immer so, dass der Kunde den Unterschied kaum schmeckt, verliert die Spezialität ihre Sonderstellung. Sie ist dann so langweilig wie ein weicher Keks.

Greift also zu echtem Lebkuchen, dann spart ihr euch den Weg zum Pillendealer und könnt zusehen, wie die gesamte Familie ein frohes Fest hat.

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