
Ein Brand an der ikonischen Hauptbühne brachte Tomorrowland 2025 wenige Tage vor dem Start an den Rand der Absage (FAZEmag berichtete).
In einem Interview mit Het Laatste Nieuws schildern die Gründer Michiel und Manu Beers, wie real das Szenario war. „In den ersten zehn Minuten habe ich wirklich ‚Fuck‘ geschrien. ‚Scheiße, wir müssen Tomorrowland absagen!‘“, sagt Michiel.
Das Feuer brach an der Mainstage in De Schorre in Boom aus. Die Eisbergstruktur des Jahresthemas Orbyz stand in Flammen, während sich das Festival im Aufbau befand. Zunächst war unklar, wie groß der Schaden war und ob das Feuer unter Kontrolle gebracht werden konnte.
Schnell stand fest: Es gab keine Verletzten, doch die Bühne war verloren. Zu diesem Zeitpunkt rechnete das Team bereits mit 38.000 Campern auf DreamVille, ausgebuchten Hotels und vollen Flügen.
„Kein Festival kam eigentlich nicht in Frage. Wir mussten schnell umdenken“, erklärt Manu Beers. Eine Absage hätte massive Folgen für Besucher, Crew und Infrastruktur gehabt. Die Behörden forderten den vollständigen Abbau der instabilen Bühnenreste.
Innerhalb von weniger als 48 Stunden musste eine Lösung her. Hilfe kam unerwartet von einem Abrissunternehmen aus den Kempen, das mit einem Schneidekran die zerstörten Bühnenteile entfernte – mitten in den Bauferien.
Parallel begann im Lab of Tomorrow die Planung einer neuen Hauptbühne. Kreativteams, Techniker und Lieferanten arbeiteten Tag und Nacht. „Am Morgen lag ein Plan für eine neue Bühne vor, der innerhalb der vorgegebenen Zeit realisierbar und als Tomorrowland erkennbar war“, so Manu.
Bis Freitagmorgen blieb offen, ob das Festival starten kann. Zwei Szenarien lagen auf dem Tisch: ein stark eingeschränkter Betrieb ohne Hauptbühne oder eine verspätete Öffnung mit kompletter Neuerrichtung.
„Wir waren uns sehr wohl bewusst, dass das Festival zu diesem Zeitpunkt am seidenen Faden hing“, sagt Michiel. Als am Freitag kurz nach zwölf Uhr der letzte der fast 50 Meter hohen Türme fiel, fiel auch die Entscheidung.
Die Tore öffneten um 14 Uhr, die neue Bühne ging um 16 Uhr in Betrieb. Besucher applaudierten der Crew. „Es schien, als wären die Crewmitglieder die Künstler. Und das waren sie natürlich auch“, sagt Manu.
Nach zwei reibungslosen Wochenenden überwog Erleichterung. Die Ausgabe 2025 gilt für die Gründer als die denkwürdigste in der Geschichte des Festivals. Tomorrowland, 2005 mit 9.000 Besuchern gestartet, ist heute eine globale Marke – und zeigte 2025, wie fragil selbst Europas größte Festivalproduktion sein kann.
Quelle: Het Laatste Nieuws
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