TR-1000: Roland präsentiert hybride Drum-Machine

Am 25. September startete Roland unter dem Motto „Tomorrow Returns“ eine Teaser-Kampagne, doch schnell sickerte das neue Produkt durch.

Nun ist es offiziell: Mit der TR-1000 präsentiert Roland eine hybride Drum-Machine, die analoge und digitale Technologien mit Sampling kombiniert und die Geschichte der TR-Serie in eine neue Ära führt.

Die TR-1000 wird nicht als reine Drum-Machine, sondern als „Rhythm Creator“ vorgestellt. Mit einem 5,5 kg schweren Stahlgehäuse und aluminiumgrauem Panel hebt sie sich vom Kunststoff ihrer Vorgänger ab.

Produktmanager Peter Brown betont: „Das Bedienfeld soll sich wie ein Instrument und nicht wie ein Computer anfühlen.“ Mit zahlreichen Knöpfen, Reglern und Tasten wird die Maschine zu einem haptischen Erlebnis.

Das Herzstück ist eine Hybrid-Engine, die die legendären TR-808– und TR-909-Schaltungen in analoger Form neu aufgreift und erweitert. Zehn Stimmen stammen von der 808, sechs von der 909.

Dazu gesellen sich digitale Klangquellen: 75 ACB-, 7 FM-, 340 PCM- und 2121 Sample-Sounds. Die TR-1000 erlaubt es, eigene Drum- und Percussion-Sounds zu formen – dank modellierter Klassiker und neu entwickeltem Circuit-Bent-Flair.

Besonders stark ist die Integration des Samplers. Echtzeit-Sampling vom externen Eingang, Resampling, bis zu 16 Slices pro Sample mit individuellen Parametern sowie Time-Stretch für Loops und One-Shots machen das Gerät zur flexiblen Produktionszentrale.

Nutzer können WAV, AIFF, MP3, FLAC und M4A importieren. 64 GB Speicher stehen bereit, davon 46 GB für eigene Inhalte, während 2000 Preset-Samples den Rest füllen.
Jede Klangerzeugungseinheit bietet Multimode-Filter, Hüllkurve, Kompressor, LFO-Modulation und Effekte. Neben digitalen Algorithmen sind auch ein Stereo-Analogfilter und ein analoger Overdrive enthalten.

Der TR-1000 verfügt über zehn Spuren, von denen vier Layer-Spuren analog-digitales oder rein digitales Layering erlauben. Gespeichert werden kann in bis zu 2048 Kits. Die Sequenzierung bringt Roland auf ein neues Niveau. 16-Step-TR-Sequenzer mit Echtzeit-Aufnahme, acht Variationen und Fill-Ins gehören zur Grundausstattung.

Neu sind Micro-Timing, flexible Track-Längen, verschiedene Wiedergaberichtungen, Shuffle und ein Song-Modus. Sogar Panel-Bewegungen lassen sich im Sequenzer festhalten. Ein anpassbarer Morph-Fader ermöglicht fließende Übergänge und Soundveränderungen.

Auch die Konnektivität ist umfassend: USB-C für Audio/MIDI, 5-polige MIDI-Schnittstellen, Trigger I/O, Pedalanschluss, CV-Eingang und individuelle Audio- oder Trigger-Ausgänge pro Spur. Ein externer Stereo-Eingang erweitert die Sampling-Möglichkeiten.

Ergänzt wird das Ganze durch einen Software-Editor, der Soundmanagement und detaillierte Steuerung bietet. Die ersten Eindrücke sind positiv. Das Design wirkt hochwertig, wenn auch das OLED-Display etwas klein ausfällt.

Die TR-1000 erinnert in ihrer Vielseitigkeit an den Elektron Analog Rytm, bleibt aber unverkennbar Roland. Für 2699,99 Dollar ist sie ab sofort erhältlich – und dürfte Produzenten begeistern, die analoge Wärme, digitale Flexibilität und Sampling in einem Gerät vereint suchen.

Quelle: Synth Anatomy

Das könnte dich auch interessieren:

Paul van Dyk stellt Roland TR-808 im Synthesizer Museum Berlin aus