Wie das Portal DJ Techtools berichtet, steht die erfolgreiche Native-Instruments-Produktlinie Traktor kurz vor dem Verkauf. Potenzielle Käufer gibt es mehrere, dem Anschein nach hat das britische Unternehmen Allen & Heath aber die besten Karten. Bereits vergangenen Monat sollen sich die beiden Parteien in Berlin zu ersten Verhandlungen getroffen haben.

Generell steht das 1996  gegründete Berliner Unternehmen vor einem gewaltigen Umbruch: Vergangene Woche gaben Daniel Haver (CEO) und Mate Galic (Chief Innovation Officer und Präsident) die Geschäftsführung auf. Ab dem 1. Oktober übernimmt Constantin Köhncke (derzeit Leiter des NI-Büros in Los Angeles) die Position des CEOs. Robert Linke (aktuell Director of Sound Products) wird Mate Galic ersetzen.

Profitieren könnten von dem Deal sowohl Native Instruments (NI) als auch Allen & Heath. Während NI mehr Energie und Ressourcen in ihre für Producer bestimmten Produktreihen Maschine und Komplete investieren könnte, erhielte Allen & Heath die Möglichkeit, stärker im Konkurrenzkampf mit Weltmarktführer Pioneer vorzugehen und eine ausgeglichenere Balance zwischen Software- und Hardware-Produkten zu schaffen.

Allen & Heath hatte sich im Laufe der Jahre nahezu ausschließlich auf analoge und digitale Mixer spezialisiert. Ausnahmen bilden der XONE:4D und XONE:3D (kombinierte Mixer & Controller), der XONE:2D und XONE:1D (MIDI-Controller) und der XONE:DX (4-Kanal-Serato-Controller). Mit dem Deal könnte die Controller-Nische nun wiederbelebt werden.

Traktor-Nutzer selbst könnten den Deal als zweischneidiges Schwert betrachten. Zum einen würde es mit Sicherheit gewöhnungsbedürftige Veränderungen bei der Software geben, andererseits stagniert die Software-Entwicklung seit einigen Jahren stark, sodass erfrischende Ideen und Neuerungen in der DJ-Software durchaus willkommen geheißen werden könnten. Viele Traktor-Fans bemängeln zudem die Produktions-Einstellung diverser Traktor-Zubehörprodukte wie beispielsweise die des Kontrol D2. Mit einem Verkauf könnte es möglicherweise zu einem Re-Launch bzw. einer Fortsetzung der Reihe kommen.

Die Briten scheinen also in der Pole Position hinsichtlich einer Übernahme zu sein. DJ Techtools nennt allerdings noch weitere potenzielle Käufer, und zwar eine ganze Menge: Behringer, InMusic, Novation, Ableton, Bitwig (und andere DAWs), Apple, Algoriddim, Roland und Mixed in Key werden von dem Portal als theoretische Abnehmer angeführt.

Wir bleiben gespannt und halten euch auf dem Laufenden.

 

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Quelle: DJ Techtools, Groove