
Tresor.West, der Dortmunder Schwesterclub des Berliner Tresor, hat eine Obergrenze für DJ-Honorare eingeführt.
Wie das Team in einem Instagram-Post vom Mittwoch, dem 21. Januar, mitteilte, gilt die Regelung bereits seit dem 1. Januar und betrifft alle auftretenden DJs im Club. Die Obergrenze greift „unabhängig von Musikstil, Reichweite oder Bekanntheitsgrad der einzelnen Künstler“.
Damit reagiert der Club auf die angespannte Lage vieler Musikspielstätten. Anfang 2025 gaben laut Tresor.West 81 Prozent aller Clubs in Deutschland an, mit grundlegenden finanziellen Problemen zu kämpfen.
Als Gründe nennt der Club die „Nachwirkungen der Pandemie, die Inflation und steigende Fixkosten“. Vor diesem Hintergrund sehe man sich gezwungen, neue Konzepte zu entwickeln. „Auch wir sind gezwungen, neue Wege zu gehen“, heißt es in der Stellungnahme des Dortmunder Veranstaltungsorts.
„Vor diesem Hintergrund appellieren wir an lokale Künstler und Headliner, uns auf diesem Weg zu unterstützen“, so das Team weiter in dem Statement. Bereits im Januar 2025 hatte der Club mit den sogenannten Community Nights reagiert (FAZEmag berichtete).
An Samstagen wird dort freier Eintritt geboten, begleitet von Sets aufstrebender lokaler DJs. Ziel ist es, die Szene wieder stärker im Underground zu verankern und unabhängiger vom teuren Headliner-Markt zu werden.
Damals erklärte Tresor.West: „Anstatt uns den Kosten des Headliner-DJ-Marktes zu beugen, investieren wir in euch, rücken ambitionierte lokale DJs und Crews ins Rampenlicht.“ Gleichzeitig bat der Club renommierte Acts darum, mit fairen Honoraren entgegenzukommen.
Im vollständigen Statement betont Tresor.West zudem, dass DJ-Gagen zuletzt stark gestiegen seien, während Besucherzahlen rückläufig seien. Durch digitale Präsenz und Personenkulte hätten sich Vergütungsunterschiede massiv vergrößert, was man bewusst nicht weiter mittragen wolle.
Der Club sieht die Maßnahme als Beitrag zur langfristigen Sicherung von Subkultur. „Denn die allermeisten DJs hatten und haben ihre Anfänge genau hier: in kleinen Underground-Clubs“, heißt es abschließend. Ziel sei es, gemeinsam eine nachhaltige Zukunftsperspektive für diese Räume zu schaffen. Support gibt es auch von Seiten der DJ-Welt.
„Es gibt mittlerweile so viele Künstler, dass man keine großen Headliner braucht, die die Clubkultur nicht unterstützen wollen“, schreibt Nastia. „Es ist besser, eine Community nicht auf Hype und Trends aufzubauen, sondern auf Respekt und Neugier. Das ist eine Herausforderung, aber auf lange Sicht wird es sich auszahlen.“
Vor allem Newcomer und „kleinere“ DJs tummeln sich in den Kommentarspalten und unterstützen das Vorhaben. AINA schreibt zum Beispiel: „Ich brauche einen kommerziellen Hype, ich brauche nur Techno.“
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Quelle: Mixmag
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