
In Großbritannien ist mit der Initiative UnMute erstmals ein Künstlerverzeichnis gestartet, das sich gezielt der Förderung von Musikern mit Behinderung widmet.
Hinter dem Projekt steht der Branchenverband Global Local. Die Initiative wurde über einen Zeitraum von zwei Jahren entwickelt und steht unter der Leitung von Kreativdirektor Andrew Lansley.
Unterstützt wird das Projekt von Partnern wie The Musicians‘ Union, Attitude Is Everything und Drake Music. UnMute versteht sich nicht als einmaliges Förderprogramm, sondern als aktives Netzwerk.
Künstler sollen durch professionelle Weiterbildung, Mentoring sowie konkrete Möglichkeiten wie Live-Auftritte, Aufnahmen, Veröffentlichungen und Synchronisation unterstützt werden. Ein weiterer Fokus liegt darauf, auf strukturelle Hürden aufmerksam zu machen, denen Künstler mit Behinderung in der Live- und Veranstaltungsbranche begegnen.
Ziel ist es, langfristig bessere Bedingungen und mehr Sichtbarkeit zu schaffen. Lansley erklärte zum Start: „UnMute hat lange auf sich warten lassen, und es war unglaublich, in den letzten zwei Jahren zu sehen, wie die Community sich hinter dem Projekt vereint hat.“
Weiter sagte er: „Die Resonanz der britischen Veranstaltungsbranche war bemerkenswert, und wir freuen uns darauf, die ersten Festivaltermine für 2026 bekanntzugeben.“ Bereits kurz nach dem Soft Launch im vergangenen Monat konnte UnMute erste Auftritte vermitteln, unter anderem bei Festivals wie Shambala und The Great Escape.
Weitere Buchungen befinden sich aktuell in Planung. Zum Kader gehören verschiedene Kollektive und Einzelkünstler, darunter Deaf Rave, ein Zusammenschluss von gehörlosen und hörgeschädigten Musikern, DJs und Kreativen, sowie das Drag-Kollektiv Drag Syndrome.
Ergänzt wird das Line-up durch Einzelacts wie DJ Flood aus Kent, der walisische Elektronikmusiker RightKeysOnly und der in Somerset ansässige Rapper und Produzent Kray-z Legz.
Global Local wird vom Arts Council England finanziert und verfolgt das Ziel, aufstrebenden Künstlern aus unterschiedlichen Hintergründen den Zugang zu professionellen Auftrittsmöglichkeiten zu erleichtern.
Die Initiative folgt auf einen Bericht von Youth Music, der im September aufzeigte, dass junge Menschen mit Behinderung im britischen Kunstsektor benachteiligt werden. Parallel dazu wurden kürzlich Maßnahmen angekündigt, um Festivals in Großbritannien barrierefreier zu gestalten.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt die Szene durch die Netflix-Dokumentation „Turn Up The Bass“ aus dem Jahr 2024, in der unter anderem Mitglieder von Deaf Rave begleitet wurden.
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Quelle: DJ Mag
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