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Nicht viele slowenische DJs oder Produzenten sind uns hier geläufig. Einer aber ist es definitiv. UMEK. Seit mehr als zwanzig Jahren ist UMEK nun im Geschäft und hat die Szene und Clubkultur seiner Heimat mitentwickelt. Längst ist er auch international kein unbeschriebenes Blatt mehr und landet bei Umfragen und Jahrescharts auf den vordersten Rängen. Wir hatten die Möglichkeit, dem slowenischen Künstler und Labelchef von 1605 ein paar Fragen zu stellen.

Du stammst aus Slowenien und du hast die Szene dort von Beginn an geprägt. Die Leute nennen dich sogar “Vater”. Wie hat sich die Szene in deiner Heimat entwickelt? Und wie war sie als du angefangen hast vor über 20 Jahren?

Als wir angefangen haben, gab es überhaupt keine Szene. Wir mussten alles von Grund an auf aufbauen. Das Schöne dabei ist, dass du alles so machen kannst, wie du willst, aber wir mussten alles selbst machen und auch sein. DJs, Produzenten, Veranstalter, Labelchefs, Gastgeber und Radiomoderatoren, alles waren wir gleichzeitig. Wir mussten viel improvisieren, da wir am Anfang überhaupt keine Ahnung und kein Equipment hatten, anders als unsere Freunde in Deutschland und anderen westlichen Ländern. Wir starteten mit Privatpartys, und irgendwann hatten wir dann mal hundert Leute zusammen. Irgendwann wuchs die Zahl auf 1.000 und mehr. In den letzten Jahren haben wir jeden großen Künstler und jede Veranstaltung mitorganisiert, aber letztendlich hat das nicht dauerhaft geholfen und die Rezession hat uns hart getroffen. Die Medien und Promoter hier haben die Leute nie auf die Musik und Club-Kultur aufmerksam gemacht. Jetzt ist die Szene wieder im Keller und wir können fast schon wieder von neu anfangen.

Unabhängig von deiner Heimat hast du ja auch noch dein Label 1605, das du 2007 gegründet hast. Die Releases erscheinen aber vorrangig nur digital. Wie kommt das?

Digitale Formate sind momentan der Standard in der Musik-Industrie und die meisten DJs nutzen nur MP3s oder WAVs. Als Label, das dominant im Bereich der digitalen Musik arbeitet, haben wir viel mehr Möglichkeiten, gute Musik zu veröffentlichen, als wir das als Only-Vinyl-Label machen könnten. Als DJ bin ich auch voll digital unterwegs, also macht das schon Sinn, wenn das Label, das meinen Geburtstag als Namen trägt, auch diese Linie verfolgt. Trotzdem werden unsere Bestseller auch auf Vinyl veröffentlicht.

Du spielst leider gar nicht mehr so oft in Deutschland. Dein letzter Gig war im letzten Sommer. Warum ist das so, und wie war deine bisherige Erfahrung mit den deutschen Fans?

Ich habe früher zum Teil vier Mal im Monat in Deutschland gespielt. Das war 2002/2003. Vor ein paar Jahren habe ich aber meinen Stil gewechselt, und das hat stark die Nachfrage nach meinen Gigs verändert. Wenn ich jetzt in Deutschland gebucht werde, dann meistens auf Festivals. Aber keine Sorge, ich liebe es trotzdem, und die Leute mögen anscheinend auch meinen neuen Style. Zumindest hatte ich immer gute Zeiten bei euch. Ich liebe Deutschland. Slowenien, vor allem der Teil aus dem ich komme, war immer sehr von eurem Land und eurer Kultur geprägt. Effizient, Pünktlichkeit und Disziplin, das sind Attribute, die nicht nur ich sehr an euch schätze, sondern eigentliche alle Slowenen. Aber um ehrlich zu sein würde ich gerne viel mehr in Deutschland spielen.

Am 19. Juli spielst du auf dem Daycation Festival in Höchstadt. Freust du dich schon drauf?

Auf jeden Fall. Ich liebe Festivals. Ich kann zwar nicht so viel zu genau diesem sagen, aber wie schon gesagt, liebe ich Deutschland, und ich weiß jetzt schon, dass die Stimmung unglaublich gut sein wird. Meine ganze Karriere basiert eigentlich auf meiner Erfahrung, die ich in den Neunzigern als Gast bei verschiedenen Raves bei euch gemacht habe.

Foto: Ciril Jazbec

Daycation Festival // 19.07.2014 // Am Freibad, 91315 Höchstadt An Der Aisch, Bayern
LineUp: Umek, Fedde Le Grand, Sidney Samson, Lexy & K-Paul, Bassjackers, Felix Kröcher, Makj, Ostblockschlampen, Don Diablo, Format:B, Stefan Dabruck, Dumme Jungs, Dr. Motte, Micha Moor uva
Tickets: ab 42,50 EUR