
Mit einem besonderen Debüt hat das britische Duo Underworld für Aufmerksamkeit gesorgt: Karl Hyde (68) und Rick Smith (66) standen erstmals bei Boiler Room in London auf der Bühne. Das Format, das vor allem jüngeren Acts eine Plattform bietet, rückte damit zwei Veteranen der elektronischen Musik in den Mittelpunkt. Das Ergebnis zeigte deutlich: Alter spielt im Club- und Rave-Kontext keine Rolle – entscheidend ist allein die Musik.
Underworld zählen seit Jahrzehnten zu den prägenden Namen der elektronischen Musik. Nach ersten Jahren im Synth-Pop-Bereich entwickelten Hyde und Smith zusammen mit DJ Darren Emerson Anfang der 1990er ihren eigenen Stil. Mit dem Album „dubnobasswithmyheadman“ (1994) setzten sie Maßstäbe im Bereich Techno und Progressive House. Weltweite Bekanntheit erlangten sie mit „Born Slippy .NUXX“, das durch den Film Trainspotting zu einer Hymne einer ganzen Generation und der elektronischen Musikkultur wurde. Seither blieb das Duo aktiv – von experimentellen Veröffentlichungen bis hin zu Arbeiten für große Events wie die Olympischen Spiele 2012 in London.
Der größte Klassiker von Underworld – „Born Slippy“:
Für ihr Boiler-Room-Set setzten Underworld auf eine Mischung aus bekannten Tracks und einer härteren, zeitgemäßen Interpretation. Songs wie „Cowgirl“ und „Push Upstairs“ wurden in druckvolleren Versionen gespielt, die sich deutlich an aktuellen Strömungen orientierten. Während Rick Smith das Set von seiner umfangreichen Gerätewand aus steuerte, übernahm Karl Hyde den vokalen und performativen Part.
Die knapp 90 Minuten wurden von vielen Fans als energiegeladen und überzeugend beschrieben. Manche bezeichneten den Auftritt sogar als eines der besten Sets des Abends. Kritische Stimmen bemängelten jedoch, dass Hydes Bewegungsfreiheit auf der engen Bühne eingeschränkt war und die Setlist stärker auf das Boiler-Room-Publikum zugeschnitten wirkte als gewohnt.
Die Resonanz in sozialen Netzwerken und Foren fiel überwiegend positiv aus. Besonders hervorgehoben wurde die Fähigkeit von Underworld, ihre Klassiker in einen modernen Kontext zu setzen und damit ein jüngeres Publikum ebenso anzusprechen wie langjährige Fans.
Mit ihrem Boiler-Room-Debüt haben Underworld eindrucksvoll gezeigt, dass Rave-Kultur keine Altersgrenzen kennt. Erfahrung und musikalische Substanz behalten ihren Platz auf der Tanzfläche – unabhängig davon, ob vor oder hinter dem DJ-Pult.
Das komplette aufgezeichnete Set von Underworld aus dem Boiler Room London:
Quelle: midnight rebels
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