Unter 300 Tickets verkauft: Deutsches EDM-Festival sagt kurzfristig ab

Das SonnenBrand Festival in Leverkusen fällt in diesem Jahr aus. Die achte Ausgabe des Open-Air-Events für elektronische Musik sollte am 29. August im Neuland-Park stattfinden.

Wegen der schwachen Vorverkaufszahlen haben die Veranstalter nun die ersatzlose Absage bekannt gegeben. Weniger als 300 Tickets waren bislang verkauft. Dadurch hätte dem Veranstalter LittleBigEvents UG ein Verlust im oberen vierstelligen Bereich gedroht.

Das finanzielle Risiko sei unter diesen Bedingungen nicht mehr tragbar gewesen. Dabei hatten die Organisatoren bis zuletzt auf eine Verbesserung der Verkaufszahlen gehofft. „Bis zuletzt waren wir aber noch optimistisch, dass dies noch im Rahmen bleibt bzw. mit nahender Veranstaltung besser wird“, heißt es in der Mitteilung.

Auch Rettungsangebote von Sponsoren, Partnern und Förderern konnten die Veranstaltung letztlich nicht retten. Für das Team ist die Entscheidung nach eigenen Angaben besonders schwer, da es das Festival seit fast zehn Jahren organisiert.

„Seit fast 10 Jahren verausgaben wir uns für dieses Projekt, aber dieses Jahr reicht es einfach nicht mehr“, schreiben die Veranstalter. Sie bezeichnen die Absage als „emotional höchst zerreißende Entscheidung“, die wirtschaftlich jedoch notwendig gewesen sei.

Geplant war ein Programm mit Tech House, EDM und Hardstyle. Auflegen sollten unter anderem Fabian Farell, DJ Discostoff, Marcel Freestyle, Actimax b2b Sihnara, Nick Selbmann und Danaconda. Gefeiert werden sollte von 14 Uhr bis in den späten Abend mit Blick auf den Rhein.

Für bereits gekaufte Tickets ist laut Veranstalter eine vollständige Rückerstattung vorgesehen. Die Käufer sollen vom Ticketanbieter Ticket.io per E-Mail über das weitere Vorgehen informiert werden.

Die Veranstalter ordnen die schwache Nachfrage in einen größeren Trend ein, der inzwischen als „Blue Dot Fever“ bezeichnet wird. Gemeint sind die blauen Markierungen für noch verfügbare Plätze in digitalen Ticketplänen.

Viele solcher Markierungen kurz vor einer Veranstaltung gelten demnach als Warnsignal für eine mögliche Absage. Als Gründe für die schwierige Lage werden im Statement unter anderem gestiegene Ticketpreise, ein seit der Pandemie überhitzter Live-Markt und eine stärkere Konzentration der Nachfrage auf wenige große Namen genannt.

Besonders kleinere und mittlere Veranstalter geraten dadurch unter Druck. Für das SonnenBrand Festival soll die Absage allerdings nicht das endgültige Aus bedeuten. Nach der Abwicklung mit den beteiligten Gewerken wollen die Veranstalter die Situation analysieren und an einem neuen Konzept arbeiten.

„Wir kommen wieder. Mit einem neuen Datum. Mit einem überarbeiteten Konzept und (hoffentlich) mit euch“, kündigt das Team an. Ziel ist eine Rückkehr im Jahr 2027. Die Unterstützung aus der eigenen Community scheint ihnen dabei gewiss.

„Sehr schade, dass es so laufen musste, aber ihr kommt besser und stärker zurück“, schreibem TMPR in der Kommentarspalte auf Instagram. Ein weiterer User schreibt: „Wir sind uns aber sicher, dass es nächstes Jahr umso besser werden wird.“

 

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Quelle: Westfälischer Anzeiger

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