Inmitten einer wunderschönen Umgebung findet dieses Jahr zum ersten Mal das Unum Festival in Albanien statt. Die albanische Rivera ist einer der letzten unverbauten Küsten am europäischen Mittelmeer und bietet außerhalb der Hochsaison ein Terrain für Entdecker, Neugierige und Abenteurer. Wer hierherkommt, wird nicht von Broschüren oder Imagekampagnen angelockt, sondern durch Mundpropaganda. Zudem hat Albanien soundmäßig richtig aufgeholt, das „Turtle Fest“ und das „Soundwave Festival“ zählen zu den bekanntesten elektronischen Veranstaltungen. Wir haben uns mit dem Kölner DJ und Produzent Oliver Hess getroffen, der dieses Jahr auf dem Unum Festival spielen wird. Tracks wie „Hesscalation“ und sein Remix von„Interstellar“, den er für Paul Nazca mixte, sprechen für sich. Im Mai releast er auf Noreira Records seine neue EP „Vapour“. Er zählt zu den Mitwirkenden des Kölner Labels Warehouse Records und ist ein wahres Urgestein der deutschen Technokultur.


 

Hallo Oli, das Unum Festival in Albanien steht dieses Jahr an. Wie sehen deine Pläne dafür aus?

Mein Plan ist, dass ich keinen Plan habe. Ich lasse alles auf mich zukommen. Da es sich um das erste Festival der Jungs handelt, werde ich mich einfach mal überraschen lassen. Das Line-up sagt im Prinzip schon alles, die Macher legen nicht gerade bescheiden los und haben gleich mal nach den Sternen gegriffen (lacht). Viele deutsche und albanische Künstler sind dort vertreten.

Die Location ist ja schon etwas Besonderes aufgrund der schönen Strände und des Meeres und ein großer Kontrast zu Events in unseren Breiten. Ist es für dich Urlaub dort zu spielen oder am Ende doch ein harter Arbeitstag?

Ein Festival ist eigentlich immer Urlaub, man lernt nette Menschen kennen und knüpft Kontakte. Natürlich kann man es aber auch unter dem Deckmantel „Arbeit“ laufen lassen. Für mich ist das eher ein Spaßfaktor, wo ich gute Laune habe und der auch mein Leben bereichert.

Was verbindest du mit dem, was du bisher im Vorfeld vom UNUM Festival mitbekommen hast, wofür steht das Festival für dich?

Ich verbinde damit das wunderschöne Albanien, ein Ort, wo demnächst mit Sicherheit eine größere Feierkultur expandieren wird. Die Leute dort arbeiten viel mit und an elektronischer Musik, wie die beiden bestehenden Festivals „Soundwave“ und „Turtle Musik“ zeigen. Ich gebe dem Ganzen noch ein paar Jahre und der Boom lässt nicht mehr lange auf sich warten. Außerdem ist ein Aufenthalt dort super günstig, die Menschen sind super freundlich und vor allem musikbegeistert. Es finden dort viele kleine Partys, sowie Kunstausstellungen und Vorlesungen statt.

Wie bereitest du dich auf dein Set vor?

Mein Musikgeschmack ist vielseitig, ich spiele sowohl Techno als auch House. Die eigentliche Arbeit beginnt Wochen vor dem Gig. Da ich mit Platten auflege und dort gegen Künstler spielen werde, die digital musizieren, brauche ich im Gegensatz zu meiner Konkurrenz einfach mehr Zeit zum Vorbereiten. Ich übe circa 30 bis 40 Stunden wöchentlich, um den richtigen Break zu finden, muss ich meine Stücke wirklich gut kennen.

Letzte Frage, wie steht es mit deinen Plänen für ein eigenes Label?

Tatsächlich bin ich gerade dabei ein eigenes Label zu gründen. Geplant ist das schon seit vielen Jahren, doch seit einem Jahr tut sich etwas und es wird voraussichtlich Ende des Sommers erscheinen.

UNUM Festival // 31.05.–03.06.2019 // Shëngjin (Albanien)
Line-up: Adriatique, Butch, Cap, Cesar Merveille, Craig Richards, Cris Rey, Dewalta, Dyed Soundorom, Digby, Dj Reas, Enzo Siragusa, Erti Lutaj, Ferro, Franco Cinelli, Gianni Callipari, Hajdar Berisha, Hugo Bianco, Igor Vicente, Ion Ludwig, Joey Daniel, Jonny N’travis, Joseph Capriati, Leon, Laolu, Luciano, Manolaco, Margaret Dygas, Mariano Mateljan, Mike, Shannon, Neverdogs, Ohmme, Petre Inspirescu, Praslea, Raresh, Ricardo Villalobos, Rrrron, Secret 47, Sonja, Moonear, Shaun Reeves, Tatu, Tini, Traumer, Vera, William Djoko, Zip

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