
Das Stuttgarter Nachtleben verliert mit Sascha Mijailovic eine seiner prägenden Figuren. Nach 14 Jahren an der Spitze des Kowalski zieht er sich mit sofortiger Wirkung aus dem Clubgeschäft zurück. In einem emotionalen Statement spricht er über die Gründe seines Abschieds, über seine Erfahrungen mit Burnout und die schwierige Entwicklung in der elektronischen Szene.
Sascha Mijailovic leitete das Kowalski gemeinschaftlich mit Mladen Behtan am Stuttgarter Hauptbahnhof und machte es zu einer festen Institution für House und Techno. Nach fast anderthalb Jahrzehnten Dauerbetrieb zieht der Gastronom und DJ nun die Reißleine. Der Rückzug kommt jedoch nicht völlig überraschend. Immer wieder gab Mijailovic offen zu, „ausgebrannt“ zu sein. Verantwortlich dafür sind unter anderem der immense Druck aus Bürokratie, körperlicher Belastung und dem ununterbrochenen Anspruch, die Crowd bei Laune zu halten.
Sascha Mijailovic spricht zudem etwas an, mit dem viele Akteure innerhalb der Szene zu kämpfen haben, und äußert Kritik am aktuellen Zustand der Clubkultur. Die Kommerzialisierung der Clubkultur macht es Nischenkonzepten schwerer denn je, sich wirtschaftlich zu behaupten. Dies gehe damit einher, dass auch die Musik immer massentauglicher und damit auch austauschbarer geworden sei. Dies bedeutet einen Verlust der Szene im klassischen Sinne und macht die Umsetzung kreativer Visionen schwerer.
Mit dem Abschied Mijailovics gehen auch weitere Änderungen für das Kowalski einher. Während bisher eine strenge Einlasspolitik und ein striktes Mindestalter von 21 Jahren herrschten, werden diese ab sofort aufgehoben. Die Türen des Kowalski öffnen nun bereits für Besucher*innen ab 18 Jahren. Es sei zudem geplant, musikalisch verstärkt lokale Kollektive einzubinden und das Resident-Team neu aufzustellen. Der Fokus bleibt dabei weiterhin auf House und Techno.
Mijailovic äußert via Instagram nochmals seinen tiefen Dank für sein Team und die Weggefährten der letzten 14 Jahre.
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