Cocoon Compilation


Roberto Blanco, Reizwäsche, Russisch Roulette; die Alphabet-Serie aus der Feder Sven Väths ist bei dem Buchstaben „R“ angelangt und schafft ein weiteres Mal einen wunderbaren Kontrast aus altbewährten Größen und neuen Talenten der Szene. Die Compilation beginnt mit dem Track „Parallel“ des US-Amerikaners Lusine verhalten und regt anfänglich eher zum In-sich-gehen an. Isolées „Yes Let“ sowie Mano Le Toughs „Vanishing Landscapes“ knüpfen im Anschluss an diese weichen, melodischen Vibes an, allerdings ein wenig bestimmender und tanzbarer, gleichwohl aber in ähnlich minimalistischem Gewand. Das spannungsgeladene Stück „The Future Is Here“ der beiden Frankfurter Markus Nikolai und Ole Schulte alias International Anything ist sodann wirklich klar auf die Tanzfläche ausgerichtet. Im Mittelteil des Samplers sind es Eduardo De La Calle und Inigo Kennedy, deren Stücke durch immer wieder auftauchende Anleihen des treibenden Trance auffallen und im direkten Vergleich zum roughen Chicago-House-Sound von Ambivalent & Alden Tyrell am prägnantesten darstellen, mit welcher Genre-übergreifenden Vielfalt die insgesamt zwölf vorliegenden Werke ausgewählt wurden. Als Highlights lassen sich zweifelsfrei die Stücke „Junghof Love Star“ des Cocoon A&R Managers Ingo Boss, aber auch „Bird In Space“ des aufstrebenden Rumänen Cristi Cons benennen, deren Länge bereits, neben den prägnanten Synthesizer-Sequenzen, für sich spricht. Letzteres Stück stellt zudem ein gelungenes Outro dar. Insgesamt ein abwechslungsreicher Sampler mit einigen sorgsam ausgewählten Filetstücken.
10/10 Master J