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V. A. – Electro compiled by Joey Negro (Z Records)


Dann und wann schwappen längst tot geglaubte Musikrichtungen wieder ins Bewusstsein von House Produzenten, DJs und Rezipienten. So verhält es sich mit Disco, Acid, Jack oder auch Electro. An dieser Stelle erinnert sich Joey Negro an seine Wurzeln, als Funk sich mit Electro vereinigte und einige der innovativsten Scheiben ever hervorbrachte. Die Rede ist von Electro-Funk, der Anfang der 80er die Black Music Szene in England dominierte. Oft als Hip-Hop-Untergenre verkannt, gewinnen die Tracks mit einigem Abstand um so mehr an Bedeutung, obwohl sie damals von den angesagtesten DJs ihrer Zeit rauf und runter gespielt wurden: Arthur Baker, Francoius Kevorkian oder Shep Pettibone. Die zwei CDs umfassende Compilation beleuchtet das Zusammenspiel von Drummachines mit Synthies und Rap, gescratcht, gecuttet, gesampelt. Hashim, Paul Hardcastle, Grandmaster Flash, The Packman, Imperial Brothers oder Newcleus dürfen getrost als Blaupause für die spätere Entwicklung von Hip-Hop, House, Jungle, D&B oder Dubstep angesehen werden. Insofern handelt es sich bei den 20 Titeln um viel mehr als lediglich eine Bestandserhebung aus der Musikhistorie. Allerdings fehlen mir doch einige Protagonisten, die die Phase deutlich mitgeprägt haben. Wer alte “Street Sounds Electro”-Platten besitzt, findet diese hier. 10/10 Cars10.Becker