Naked Lunch 400 Part I – IV (Naked Lunch)


Happy 400th release! Doch was soll man über Naked Lunch und dessen Head A. Paul noch sagen? Underground Sound from Lisboa? Na klar, wobei meine Definition von Underground eher die ist, dass man die Tracks nicht bei Shazam findet. Probiert es mal aus. Eine Rezi über eine Compilation bestehend aus vier Einheiten habe ich bis dato noch nicht geschrieben, mal schauen ob das klappt bei dem Content, ohne langweilig zu werden und in sinnloses Geschwafel abzudriften. Zu Part I: The Advent und A. Paul machen hier den Anfang mit „CP10“, subtil sehr groovig und feingefiltert. Steve Shaden legt mit „Mephisto“ druckvoll nach. „Robi Suss“ findet sich „Back in the Loop“ wieder. Sergy Casttle schiebt mit „Liberty“ vorwärts, ohne eine Fläche zu vergessen und George Makrakis weist uns mit „Break of Dawn“ auf den Sonnenaufgang hin, was extrem gut abholt. Sceptikal C geht mit „Funk Attack“ in die Richtung Detroit. Neru mit „Sixth“ kommt subtil groovig und mit gewaltigem Druck. „Industrial“ von Veztax scheint etwas verspielter und verspulter zu sein. DJ Dextro überzeugt mit „Foton“ und Gabeen schließt die erste Angelegenheit mit „Intimidation“ ab. Zu Part II: Mit „Metamorphosis“ erinnert Kristopher Mørder deutlich an Detroit und ein wenig an den frühen Jeff Mills. Auch Niereich ist vertreten mit „Alpha Vision“. Hier wird es Industrial-esque. Filipe Barbosa überzeugt klassisch und subtil groovig mit „Europa“. C-ON baut uns eine „Acid Bridge“, schönes Intro, verspielte 303. Wisnas „Metallic Room“ beglückt wiederum durch seinen subtilen Groove. Fran Navaez und Avox25 vermitteln eine „Sinus“-kurve und Ninna V überzeugt mit „Binary Mind“. „Gedevaan“ und „Xylene“ ist dark und acidlastig. 0100110110 mit „6868“ ist hart und noisy. Linus Quick ist mit seiner „Dangermine“ gefährlich vertreten, überrascht uns aber mit einer schönen Fläche. Halbzeit! Zu Part III: Axel Karakasis „Facile“ ist ein netter Starter und George Libe überzeugt in „Magnetic“ sehr schön mit seinem Groove. DJ Link benutzt in „Jaxx“ eine subtile 303, Cortechs hingegen ballert mit „Macroy“ so alles um, was ihm im Weg steht. Ekim Amard & Mario Rodrigues bitten auffordernd „Stop Being a Bitch“ mit black Old Skool Vocal zwischendurch. Jonno & Gibson kreieren mit Neil Daruwala „Enter“, verspult. Kxels „Claim“ ist wieder so ein extrem subtiles Groovemonster und Dario Sorano schiebt mit „Jitter Signal“ und einem schönen, undefinierbaren Vocalfetzen unweigerlich nach vorne. Atze Tons „Framework“ ist ein Stomper, bei dem kein Auge trocken bleibt. DJ Ze Migls „Fast N Mad“ erklärt sich ja quasi ganz von selbst. Schließlich Part IV: Im letzten Teil beginnt Spiros Kaloumenos mit „Equation of Motion“, was wieder an Detroit und Jeff Mills erinnert. AnGy KoRe hat etwas Gutes dabei in „My Case“. The Fox ist garantiert kein „Looser“, klingt allerdings ein wenig nach Suara. Vegim & Flekitzas „Revenge“ klingt etwas härter im Text als das Stück dann tatsächlich ist. Stu & Brews „Materials“ ist ebenfalls gut einsetzbar und Tawa Girls „La géometrie de l’imaginaire“ ist wiederum ein subtiles Groovemonster. Unmenschlich! Kristian Heikkilas „Maskin“ eignet sich gut zum Dazwischenstreuen im Set. „Embrace the Light“ von DKult wirkt etwas hypnotisch mit seiner Aufforderung zu Umarmen. Kony Donales erinnert mit „Fish Food“ irgendwie überhaupt nicht an Fischfutter, sondern eher an einen schönen Stomper mit etwas nervenaufreibenden Elementen. A. Paul & Dolby D beenden diese wirklich sehr schöne und abwechslungsreiche Killer-Compilation mit „Mirage“. Genau das richtige für den angesagten Underground DJ, der sein Handwerk einfach versteht und Geschmack beweist. Bei der Trackauswahl muss man erst einmal den Überblick behalten. Respekt, A. Paul!
10/10 Manuel Lauro