
Die neue MDR-Reportage „exactly“ nimmt diese Entwicklung zum Anlass, um die aktuelle Drogenpolitik kritisch zu hinterfragen und verschiedene Ansätze im Umgang mit illegalen Substanzen zu beleuchten.
Reporter Daniel Tautz ist dafür auf Festivals und in Clubs unterwegs. Er spricht mit Veranstaltern, Feiernden, der Polizei und Fachleuten über die Frage, ob die derzeitige Drogenpolitik gescheitert ist und welche Auswirkungen alternative Modelle wie kontrollierte Legalisierung oder Entkriminalisierung haben könnten.
Ein Gesprächspartner der Reportage ist Patrick Drebenstedt, Betreiber des Technoclubs MAW in Magdeburg. Er beschreibt den Konsum illegaler Substanzen als Realität des Cluballtags. „Ich glaube, dass es keinen Laden gibt, der ohne Drogen funktionieren würde“, sagt er.
Zwar werde am Einlass kontrolliert, verhindern lasse sich der Konsum jedoch nicht vollständig. Deshalb setzt der Club nach Angaben Drebenstedts auf Aufklärung und Schadensminimierung. Im MAW werden regelmäßig Workshops zu Themen wie Safer Use oder Erster Hilfe angeboten. Außerdem sollen Rückzugsmöglichkeiten für Besucher geschaffen werden.
Ein weiteres Beispiel zeigt die Reportage aus Thüringen. Dort bieten das Jenaer Start-up „miraculix“ und die Suchthilfe Thüringen professionelles Drug Checking direkt vor Clubs an. In zwei Wohnmobilen können Partygäste ihre Substanzen analysieren lassen.
Die Auswertung informiert unter anderem über die Dosierung und mögliche Streckstoffe. Finanziert wird das Angebot vom Land Thüringen. Laut Felix Blei von „miraculix“ seien auf nahezu jeder Party MDMA-Tabletten im Umlauf, deren tatsächlicher Wirkstoffgehalt den Konsumenten meist unbekannt sei. Reporter Daniel Tautz bringt für einen Test legales LSD aus dem Internet mit.
Als internationales Beispiel richtet die Reportage den Blick nach Portugal. Dort wurden bereits im Jahr 2001 sämtliche Drogen entkriminalisiert. Wer mit einer illegalen Substanz angetroffen wird, muss keinen Strafprozess befürchten, sondern nimmt stattdessen an einem Reflexionsgespräch bei einer Kommission teil.
„Wir setzen auf Hilfe statt Strafe“, erklärt Nuno Capaz von der zuständigen Einrichtung in Lissabon. Nach seiner Einschätzung hätten viele Menschen kein problematisches Konsumverhalten. Wer dennoch Unterstützung benötige, erhalte diese im Rahmen des portugiesischen Modells.
Die Reportage stellt damit unterschiedliche Sichtweisen auf den Umgang mit Partydrogen gegenüber und beleuchtet, wie Veranstalter, Konsumenten und staatliche Institutionen über eine liberalere Drogenpolitik denken. „exactly“ ist seit dem 24. Juni ab 18 Uhr in der ARD Mediathek verfügbar.
Quelle: MDR
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