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Es gibt viele Künstler, von denen wir schon lange nichts mehr gehört haben. Künstler, zu deren Hits wir eine Saison getanzt haben und Künstler, die uns über einen längeren Zeitraum begleiteten und dann verschwanden. Wir widmen uns hier und jetzt diesen Personen: verschwundene Künstler – Teil 1.

Sven Röhrig
Mr. 3 Phase hat mit „Klang der Familie“ – zusammen mit Dr. Motte entstanden und auf Tresor 1992 veröffentlicht – einen absoluten Klassiker der Techno-Geschichte verfasst. Für nicht wenige handelt es sich sogar um den besten Techno-Track aller Zeiten. Das folgende Album „Schlangenfarm“ ist ebenfalls ein Klassiker. Doch seit der 2005er Ep „Holzkopf“ auf Toktok Records liest man mehr von Sven auf FB als Releases von ihm zu hören. Seine positive Grundeinstellung sorgt dafür, dass seine Fanbase jedoch ständig wächst.

Kenny Dope
Kenny Gonzales, nicht nur als Partner von Lil‘ Louie Vega, ein Master at Work. Der 1970 als Sohn puertoricanischer Einwanderer in New York geborene Gonzalez wurde von House-Legende mit MAW-Partner Little Louie Vega zusammengebracht. Zu zweit konnten die beiden seit Anfang der 1990er Jahre große Erfolge als Produzenten und Remixer feiern. Seinen größten kommerziellen Erfolg feierte er aber mit seinem Projekt The Bucketheads und dem Hit „The Bomb“. In diesem Jahr war er einige Male auf Ibiza zu hören und die Renaissance von deepem House hilft ihm zudem. Schauen wir mal, ob sich auch MAW zurückmelden.

Samim
Der Schweizer, den man auch als Bearback und Fuckpony kennt, hat sich mit „Heater“ einen Sommer lang unsterblich gemacht. 2007 war es, als die Nummer mit dem Akkordeon um die Welt ging und sowohl von Sven Väth als auch von jedem Großraum-Jock gehämmert wurde. Das Album zur Single erschien auf Get Physical Music.

Kid Paul
Niemand sonst tauchte in so jungem Alter in der Dance-Szene auf und verabschiedete sich dann nach relativ kurzer Zeit wieder so konsequent aus derselben. Paul Schmitz-Moormann veröffentlichte als 13-jähriger die wenig ruhmreiche Single „Acid In My House“, wurde dann aber durch seine Sets im Ufo und vor allem das Projekt Energy 52, das er zusammen mit Cosmic Baby bildete, schnell zum Star, wenn nicht sogar zur Legende. „Café del Mar“ erschien 1993 und 1995 zog sich Kid Paul aus der Techno-Szene zurück und trat nicht mehr als DJ auf.

Emmanuel Top
Der große Franzose der Acid- & Trance-Bewegung in der Mitte der 1990er Jahre. „Acid Phase“ und „Turkish Bazar“ sind absolute Klassiker. Den größten Erfolg feierte der als eigenbrötlerisch verschrieene Top mit dem Projekt B.B.E., das er zusammen mit Bruno Sanchioni und Bruno Quartier gründete. Ihre Single „Seven Days And One Week“ wurde zum europaweiten Riesenhit. In diesem Jahr spielte Emmanuel zu Ostern in Berghain, was einige Follow-Bookings nach sich zog. Vor allem in Frankreich. Und es gab neue Musik vom Großmeister. Ob er jetzt allerdings tatsächlich zurück ist, wird sich in 2017 zeigen.

Sieg über die Sonne
1989 gründeten die beiden Produzenten Tobias Freund aka Pink Elln und Martin Schopf aka Dandy Jack das poppig angehauchte Projekt SÜDS. Die Musik von Sieg über die Sonne klang stets international, um nicht zu sagen nach Weltmusik. Ihr Spielplatz war weniger Deutschland als vielmehr das europäische Ausland, wo die Beiden auf vielen Festivals und in den angesagtesten Clubs spielten. Ihre Remixes für befreundete Künstler wie Sensorama, Plaid, Ricardo Villalobos oder 2raumwohnung gelten als zeitlos.

Swayzak
Das britische Duo Swayzak bestand aus den beiden Produzenten James Taylor und David Brown. Ihr Debütalbum erschien 1998, trug den Namen „Snowboarding In Argentina“ und war der Auftakt zu weiteren großartigen Alben, die häufig auf dem Label K7 erschienen. „Smile & Receive“ aus 2007 ist eine der schönsten House-Nummern aller Zeiten – wenn ihr mich fragt.

T.Raumschmiere
Nicht falsch verstehen, der Shitkatapult-Gründer produziert noch Musik. In 2014 erschienen zwei Single-Kollaborationen auf dem Label von Marco Haas. Aber das letzte Album „I Tank U“ liegt jetzt schon mittlerweile sieben Jahre zurück. Wir warten auf den Nachfolger von „Blitzkrieg Pop“.

Towa Tei
Der japanische DJ koreanischer Abstammung wird allen jungen FAZEmag-Lesern wenig sagen. Aber wenn ich den Hit „Groove Is in the Heart“ von seiner Band Deee-Lite ins Spiel bringe, werden sich die Gesichter schlagartig erhellen.  Dieser Song eroberte 1990 weltweit die Hitparaden, was Tei nicht davon abhielt, die Band 1993 zu verlassen und als Solo-Künstler zu agieren. Sein Debütalbum „Future Listening“ verarbeitete elektronische Sounds mit Bossa Nova- und Jazzelementen.

 

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