Der französische Produzent Vimala veröffentlicht im November seine dritte EP „Stromboli“, benannt nach dem italienischen Vulkan, der auf der gleichnamigen Insel nördlich von Sizilien thront. Dort hat er auch die EP produziert, die Einflüsse von James Blake, Blaze oder Mount Kimbie hören lässt. Warum er so fasziniert ist vom Stromboli, das erzählt er uns hier:


 

Warum hast du den Stromboli ausgesucht, was fasziniert dich an ihm?

Ein Freund von mir lud mich mal in ein Haus ein, das er dort auf der Insel mietete, in Ginostra. Wir waren schnell sehr begeistert, denn er ist einer der seltenen aktiven Vulkane in Europa. Jeden Abend gingen wir an eine bestimmte Stelle, um aus einer gewissen Entfernung die roten Explosionen zu beobachten. Das ist sehr magisch und so mächtig. Es ist ein sehr inspirierender Ort, es gibt dort so etwas wie ein tiefes und leises Rauschen und man spürt die ganze Zeit, dass etwas Großes in deiner Nähe ist.

 

 Hast du eine allgemeine Schwäche für Vulkane?

Ich war schon immer fasziniert von der Erde und ihrer Natur, besonders wenn sie groß und mächtig ist. Große Wellen, Stürme, Hurrikane, Vulkane –  verwandeln dich in nichts. Das sind für mich die mächtigsten und schönsten Dinge.

 

Hast du schon andere Vulkane besucht?

Nun, ich schaue mir eine Menge Dokumentarfilme über Vulkane an, ich habe auch schon einige Wanderungen rund um erloschene Krater gemacht, aber das hier war das erste Mal, dass ich einen aktiven Vulkan gesehen habe.

 

Was war das für ein Gefühl, den Stromboli zu besteigen und in den Krater zu schauen?

Es ist eine wirklich kraftvolle Erfahrung und ich schätze, es ist jedes Mal anders! Es hängt von der Windrichtung ab, aber man ist oft in dichtem Rauch gehüllt. Du verlierst ein wenig die Orientierung, dann hörst du einige massive Explosionen und fängst an, ein wenig auszuflippen. Es ist, als würde der Vulkan zu einem riesigen Tier werden. Du spürst seine Hitze, seinen Atem und hörst sein Gebrüll.

 

Das Video zu „Home“ wurde in Sizilien am Ätna und in Palermo gedreht. Erzähle uns von den Dreharbeiten.

Ich wollte eine Geschichte erzählen die von Menschen handelt, die in der Nähe von Vulkanen leben – mehr Dokumentation als Musikvideo. Wir folgten Gaspard, dem Onkel des künstlerischen Leiters, der in Palermo lebt. Er stellte uns seine Freunde vor und zeigte uns, wie er lebt. Wir haben alles so gefilmt, wie es war und sich uns darstellte – einige Momente eingefangen, andere verpasst, aber haben alle Momente erlebt.

Dann erklommen wir den Ätna, um einige Krater und die Landschaft zu fotografieren. In der letzten Nacht habe ich dann das Material von den Shootings gecheckt und war etwas unglücklich über die Aufnahme des Ätnas. Das Team reagierte fantastisch und sagte: „Lass uns die Krater beim Sonnenaufgang kurz vor unserem Flug einfangen!“ Wir verpassen zwar fast unseren Rückflug, aber dafür hatten wir einige wirklich tolle Aufnahmen.

 

Am 15. November erschien „Stromboli“ auf Allo Floride Artist Services. Die EP besteht aus neun Tracks, vier davon sind Remixe von Aparde, Super Flu, Jonathan Kaspar und Apollo Noir.

Aus dem FAZEmag 093/11.2019
www.facebook.com/vimalaband
Foto: Laurent Nailin