
Die Hamburger DJ und Producerin sorgt aktuell auf Instagram für eine Sexismus-Debatte.
In einem Video zeigt sie, wie sie eine Bühne betritt, während eine weitere Person ihr das Equipment zu erklären scheint. Die Überschrift des Clips: „Mann mit maximaler Selbstsicherheit erklärt mir, wie ich richtig mixe – während ich tatsächlich der gebuchte DJ bin.“
Was auf den ersten Blick wie ein kleiner Joke anmutet ist tatsächlich kritischer gemeint. In der Caption zählt Nina Hepburn auf, was der Mann u. a. so zu ihr während des Sets und anschließend zu ihr sagte.
Darunter fielen Sätze wie „Wow, hätte nicht gedacht, dass du so gut bist“, „Hat es dir Spaß gemacht? War das Tanzen Teil der Show?“ und „Dreh die Abhörlautsprecher leiser, der Headliner kommt noch.“
„Toxische Männer in der Musikkultur sind anstrengend“, so die erfahrene Künstlerin. „Heute komme ich viel besser damit klar, aber nur, weil die Leute endlich angefangen haben, darüber zu reden, und mir klar wurde, dass ich mit diesen Erfahrungen nicht allein bin“.
Nina weiter: „Als ich vor etwa 10 Jahren mit dem Auflegen angefangen habe, waren 90 % um mich herum Männer. Ständig hinterfragt, unterschätzt oder subtil herabgewürdigt zu werden, gehörte einfach dazu.“
Irgendwann sei ihr dann klar geworden: „Es war nie konstruktives Feedback – nur zerbrechliche Egos, verpackt als Professionalität“. Aus diesen Gründen müsse auch in Zukunft weiter darüber gesprochen werden.
„Weil so viele Frauen in der Musikbranche das immer noch täglich erleben und uns lange Zeit eingeredet wurde, dass das normal sei! NEIN, das ist es nicht! Natürlich nicht alle Männer – aber irgendwie immer Männer.“
Unterstützung bekommt sie dabei, wenig überraschend, aus der Szene weiblicher Kolleginnen. „Ich kann gar nicht zählen, wie oft mir schon jemand gezeigt hat, wo sich der Master-Regler oder der Lautstärkeregler der Kabine befindet“, schreibt SKALA in den Kommentaren.
Nanoviola erinnert sich an einen Kommentar während ihres Auftritts: „Ich solle einfach mehr Geige spielen. Dann tauchte er mitten in meinem Set auf, steckte seinen USB-Stick ein, während ich spielte, und sagte: ‚Es ist viel besser, wenn wir jetzt meine Musik spielen.‘ Die Sache ist nur: Er hatte zuvor bereits ein zweistündiges Set gespielt, und ich war der Headliner des Abends.“
„Habe mal nach einem männlichen DJ gespielt, der um Platz für meinen Stick zu machen versehentlich den falschen aus dem Player gezogen hat“, schreibt Marisa Lia. „Die Musik ist ausgegangen und direkt ist ein Typ auf mich zugekommen, wieso wir Frauen immer denken an der Technik rumpfuschen zu müssen, es war so schön, bis ich aufgetaucht bin.“
Herablassende Worte, Unterschätzungen, Mansplaining – ob mit böser Absicht oder nicht, das Problem scheint nach wie vor real zu sein. Mit Videos wie diesem trifft Nina Hepburn einen Nerv und bestätigt sich praktisch selbst in dem Wunsch, dass Besserung nur eintreten kann, wenn häufiger darüber gesprochen wird.
View this post on Instagram
Das könnte dich auch interessieren:
Erste Single ist da: Ellen Allien kündigt neues Album „New Life“ an