Warehouse – Die Reise geht weiter

Es gibt Partys, die sind mehr als nur ein Datum im Kalender – sie sind kollektive Erinnerung. Warehouse gehört ohne Zweifel dazu. In den 90ern und frühen 2000ern stand der Name für rohe Energie, kompromisslosen Techno und eine Szene, in der Individualität und Gemeinschaft kein Widerspruch waren. „Die Zeiten, in denen die Leute einfach Spaß hatten und es genossen, zusammen zu sein“, wie es DJ Rush im Gespräch beschreibt. Genau dieses Gefühl soll am 12. Februar 2026 in Köln wieder spürbar werden, wenn Warehouse an einer Off Location zurückkehrt – ausgerechnet an Weiberfastnacht, einem Datum, das kollektive Energie und Kontrollverlust ohnehin in sich trägt.

Für DJ Rush ist Warehouse eng mit persönlichen Erinnerungen verbunden. „Ich erinnere mich an damals, bin mir nicht mal sicher, welches Jahr das war – ich werde alt“, sagt er lachend. Was geblieben ist, ist das Gefühl: „Die Energie, die Menschen, jede Person war auf ihre eigene Art einzigartig, hatte ihre eigene Identität und wollte einfach das Leben und die Musik genießen. Genau das hast du bei Warehouse gespürt.“ Teil dieser Bewegung gewesen zu sein, bezeichnet er als Glück: „Ich war so lucky, Teil davon und dieser Generation zu sein.“ Dass sein Set auf Weiberfastnacht fällt, verstärkt für ihn die Bedeutung des Abends. Zwar komme er immer mit maximaler Energie, „no matter where, what event I am playing“, doch diese Nacht sei speziell. „Ich hoffe, dass einige der älteren Leute rauskommen, die sich an mich aus den alten Warehouse-Tagen erinnern. Diese Generation muss noch einmal rausgehen, shaken und all die Energie loswerden, die sich über die Jahre angestaut hat.“ Seine Ansage ist eindeutig: „Ich gehe ruff and tuff an diesem Abend – du kennst diese Major-Rush-intense-energy.“

Auch das Line-up spiegelt diesen Geist wider. Mit Namen wie Miss Djax, Rob Acid (live), Steve Mason oder DJ OKI verweist Warehouse bewusst auf eine Ära, die viele Besucher*innen geprägt hat. Rush selbst jedoch wehrt sich gegen jede nostalgische Schublade. „Ich schaue ehrlich gesagt nicht auf dieses ganze Retro-Ding. Ich bin einfach ich.“ In seinen Sets sei alles enthalten: „Du hörst und fühlst Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.“ Begriffe wie Retro oder Genre lehnt er ab: „Ich hasse es, wenn jemand sagt: Retro-Set. Ich bin kein Retro-Guy. Retro kann alles bedeuten – abhängig vom Artist.“ Sein Anspruch ist klar: „Lass mich einfach ich sein und den Flow genießen. Trust me – I will get you together.“

Die kompromisslose Intensität seiner Sets speist sich bis heute aus derselben Quelle wie früher. „Mein Feuer kommt aus der Leidenschaft für Musik. Ich war selbst derjenige, der feiern war, der DJs supportet und in den Clubs rumgehangen hat. Ich weiß, wie es sich anfühlt, eine gute Zeit haben zu wollen.“ Ihn inspiriere vor allem eines: „Ich will, dass die Menschen genießen, Spaß haben, in meine Zone kommen, sich lifted fühlen und all ihre Sorgen auf dem Dancefloor lassen. Vergiss die Außenwelt, sei einfach du selbst.“ Seine Motivation sei zutiefst menschlich: „Ich verstehe euren Schmerz und eure Struggles – deshalb macht es mich so glücklich, den Leuten ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Das ist heute meine Inspiration.“

Auch über 2026 spricht Rush bemerkenswert offen. In den letzten Jahren habe er bewusst Tempo rausgenommen. „Nicht jedes Geld ist gutes Geld, besonders wenn es um dein persönliches Leben und deine mentale Gesundheit geht. Nur für einen Dollar zu spielen oder berühmt zu werden, kann dich zerstören.“ Er habe gelernt, Nein zu sagen, sich Zeit für Familie und Freunde zu nehmen und nur noch dort zu spielen, wo es sich richtig anfühlt. Für das kommende Jahr setzt er klare Prioritäten: „Ich fokussiere mich auf mein nächstes Release ‘Fun Town’, gehe zurück zu meinen Roots und habe einfach Spaß mit Musik, Beats und ein paar fun Vocals. Es geht ums Spaßhaben.“ Gleichzeitig will er Räume schaffen für jene Generation, die Techno geprägt hat. „Ich möchte kleinere Events spielen und Veranstaltungen, die meine Generation zurückbringen – weil sie heute kaum noch die Chance hat, Musik wirklich zu genießen. Es ist alles zu kindisch, zu sehr von der Influencer-Sache geprägt.“ Sein Ziel ist simpel und kompromisslos: „Ich mache Dinge, die mich glücklich machen, und bringe meine Generation zurück, damit sie sich auch wieder fallen lassen kann.“

12.02.2026 · Off Location, Köln

Line-up: DJ Rush, Miss Djax, Rob Acid live, Steve Mason, Criss Source, Da Marco, DJ OKI, Frank Sonic, Groovemaster K., Hooligan, Irwin Leschet, Marc Vision, Massimo, Oliver Bondzio, Oliver Hess, Paytric, Roland Casper uvm.

www.warehouse-club.de

Aus dem FAZEmag 168/02.2026