Wareika – Neues Album auf Ornaments

Das Hamburger Dreiergespann Wareika, bestehend aus Henrik Raabe, Florian Schirmacher und Jakob Seidensticker, veröffentlicht sein neues Album „Tizinabi“ auf dem Berliner Vinyl-Label Ornaments. Die im Dub und House verwurzelte LP entführt euch auf eine 45-minütige kohäsive Reise, gespickt mit hypnotisierenden Klanglandschaften und einem entfesselten Piano als Protagonisten. Wir haben die Jungs zum Kurzgespräch gebeten.

Henrik und Jakob, ihr wart bereits gemeinsam als Havana Boys unterwegs, als Florian zu euch stieß. Wie liefen die ersten Sessions?

Während man zu zweit vielleicht noch eher zusammen vor dem Rechner hockt und Kästchen verschiebt, haben wir am ersten Tag als Wareika direkt eine riesen Impro-Session mit endlosen Percussions eingejammt. Daraus ist dann auch unser Connaisseur-Debüt „Men Village“ geworden – der Wareika-Spirit war geboren.

Aus zwei mach drei: Wie verändert eine dritte Person die Dynamik einer musikalischen Zusammenarbeit? 

Das Interessante daran ist der Wechsel dieser Konstellationen. Ein Trio ist, genau wie das Dreieck, ein extrem dynamisches Gebilde: klein und wendig, aber auch in der Lage, große Komplexität zu erschaffen. Manchmal improvisieren wir komplette Songs, ein anderes Mal entsteht ein ganzes Album aus einer Jam-Session.

In Kürze erscheint euer neues Album „Tizinabi“, das beim ersten Reinhören nicht unbedingt nach dem klassischen Wareika-Sound klingt, oder? Ein paar Worte zur LP?

Die LP ist genau aus so einer Jam-Session entstanden, steckt aber dennoch voller jahrelanger Studioarbeit à la Musique concrète, die das Ganze sehr komplex macht. Die Essenz ist aber ein spontanes Gefühl und diese Frische merkt man dem Werk, das sich so gar nicht in ein Genre einordnen möchte, an. Wareika steht eben immer auch für Überraschungen und den authentischen Ausdruck des mentalen Status quo.

„Tizinabi“ – auf der Suche nach der Bedeutung hat uns das Internet nicht wirklich weitergeholfen.

Der Begriff stammt aus dem jüdischen Sprachgebrauch und hat dort auf sehr humorvolle Art Verwendung als Terminus für den „Ort der Vollendung“ gefunden. Es ist der Ort, den es nicht gibt, aber man verwendet ihn so unaufgeregt, dass er genau dadurch Wirklichkeit wird. Mit dem Album kann diese Suche beginnen.

Ein kleiner Ausblick auf die anstehende Zeit?

Wir freuen uns auf die kommenden Konzerte und Clubnächte mit Freund*innen, unter anderem in New York, Washington und bei der Perlon-Party in Berlin.

Wir stehen ein für eine offene und tolerante Welt, die Freundschaft und Frieden sucht und die dir immer ein Lächeln schenkt.

„Tizinabi“ ist am 21. Juli auf Vinyl (Digital Release: 31. Juli) via Ornaments erschienen.

Aus dem FAZEmag 138/08.2023
www.soundcloud.com/wareika