Foto: Facebook

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Das Techno-Urgestein Timo Maas hat kürzlich auf seiner Facebook-Seite zweierlei Geräte zum Verkauf angeboten. Zum einen den Mikrofonvorverstärker Millennia STT-1 und zum anderen den Manley Variable MU Compressor/Limiter. Zugegriffen hat letztendlich kein geringerer als Moonharbour-Chef Matthias Tanzmann.

Da die Geräte jeweils mehrere Tausend EUR kosten und man ja vieles auch digital verarbeiten könnte, stellt sich die Frage, was diese Klassiker so beliebt für Techno-Produzenten macht.

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Der Millennia Origin STT-1 ist ein wahrhaftes Multitalent. Der einkanalige Channel Strip kombiniert einen Mikrofon-Preamp, einen DI und Line-Input mit Gainregelung, eine Kompressor/ Limiter-Sektion, einen 4 Band parametrischen EQ und einen De-Esser in einem 2 HE Chassis. Durch die patentierte Twin Topology Schaltung können alle Stufen wahlweise in hochwertigster Class A Röhrentechnik oder Class A Solid-State Technik betrieben werden. Der STT-1 bietet mit über 130 verschiedenen Kombinationen eine gigantische Auswahl von Eingriffsmöglichkeiten und ist somit das ideale Sound-Tool für Ton-, Mastering- und Filmstudios sowie für die Post Production und Broadcast-Anwendungen.

Der verfärbungsfreie, transparente Sound und die reichhaltige Ausstattung lassen den STT-1 zur ersten Wahl werden, wenn es um die sinnvolle Erweiterung des bestehenden Studioequipments geht. Der Hersteller nimmt für sich in Anspruch, dass der endgültige Kaufpreis seiner Geräte bei der Entwicklung allenfalls eine untergeordnete Rolle spielt. Ziel ist vielmehr, Komponenten zu entwickeln, die den Anwender aus dem ewigen Upgrade-Hamsterrad herausholen, die eine Karriere lang hervorragende Dienste leisten und verlässlich Top-Ergebnisse liefern. Das lässt die Millennia-Boliden zwangsläufig im Premiumsegment rangieren, aber hier gilt eben: “Qualität hat seinen Preis!”

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Der Variable MU ist seit einer gefühlten Ewigkeit eines der bestverkauften Manley-Produkte überhaupt. Er ist einer der wenigen Kompressoren, die es geschafft haben, einen weltweiten Standard zu setzen, und der dadurch auf unzähligen Top-Hits des letzten Jahrzehnts zu hören ist. Das “MU” steht beim Audiophilen für Röhre, Variable MU ist das von Manley eingetragene Warenzeichen für einen einzigartigen Kompressor/Limiter der Spitzenklasse. Der hier beworbene Kompressor ist die Mastering Variante des Manley Variable MU.

Die Attribute, an die man bei Manley sofort denkt: „cremig”, „dick” und „fett” . Ganz klar gehört der Vari-Mu nicht zu den klanglich transparentesten Vertretern seiner Art, aber das will er auch gar nicht sein. Er glänzt in Anwendungen, in denen Audiospuren einen klanglichen Zusammenhalt benötigen. Übermäßige Schärfe verwandelt sich in etwas sanftere Kontur. Auf der Stereosumme hilft der Vari-Mu, die Attacks von Bass und Bassdrum herauszuarbeiten – ein satter, in sich selbst ruhender Punch ohne übermäßige Aggressivität ist die Folge. Zumindest gilt dies für den Betrieb im Kompressor-Modus, in der Limiter-Einstellung packt der Vari-Mu auch härter zu, dann ist es auch etwas schwieriger, den „Sweet Spot” der besten Einstellung zu finden.

Generell kann der Vari-Mu auch sehr elektronisch- frickeliges Klangmaterial gut in Form fassen, richtig zu glänzen scheint er jedoch vor allem auf mikrofoniertem Klangmaterial mit vielen „echten” Instrumenten. Was die Techno-Produzenten aber nicht davon abhält, sich dieses Gerät zuzulegen.

Quellen: Digital Audionetworx, Sound&Recording, Music Store, Bonedo

Bilder: Millenia, Manley

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