Eine Million Neuinfektionen in nicht mal einer Woche – so sieht es gerade in Indien aus. Insbesondere die Hauptstadt Delhi ist ein Brandherd für das Virus. Woran das liegt? Ist etwa eine hochansteckende Doppel-Mutante dafür verantwortlich? Und warum fliegen anscheinend trotzdem zahlreiche DJs dorthin?

Dave Clarke hat neulich ein Bild gepostet, das auf sarkastische Art und Weise jene Artists verspottet, die trotz der kritischen Lage in Indien nicht auf ihre Gagen verzichten können. Es ist nicht das erste Mal, dass sich Clarke über die Profitgier in der Szene echauffiert. So hatte er vor acht Monaten schon die fragwürdige Mentalität mancher Akteur*innen der Szene kritisiert: „Alle internationalen DJs, die bei solchen Events partizipieren, haben im Grunde genommen auf den legitimen Teil der Szene gespuckt […]. Idioten, ihr macht das Ganze nur noch schlimmer, als es sowieso schon ist […] Wir alle wollen wieder feiern, aber mit der Etablierung derartiger Events geben wir den Behörden nur noch mehr Gründe, um das Wiedereröffnen von Clubs und Festivals weiter zu verschieben.”

 

Gepostet von Dave Clarke am Dienstag, 20. April 2021

 

Auch der Instagram-Account Business Teshno hatte mit einem Post auf die Plague-Raves in Indien aufmerksam gemacht.

In den sozialen Medien kursieren zahlreiche Bilder, die die momentane Situation in Delhi veranschaulichen: Niemand hält die Abstandsregeln ein und Tausende von Menschen, die auf kleinstem Raum zusammengepfercht sind, die größtenteils Masken von minderwertiger Qualität tragen. Die Tagelöhner fliehen aktuell aus der Stadt, da seit kurzem ein strikter Lockdown herrscht. Indien ist eines der ärmsten Länder der Welt, denn 68,8 Prozent der Einwohner*innen müssen mit weniger als zwei US-Dollar pro Tag auskommen

Aparna Mukherjee vom Indischen Rat für Medizinische Forschung äußerte sich wie folgt: „In einigen Landesteilen ist die britische Variante des Virus weit verbreitet. Aber in den anderen Gebieten haben wir eine auffällige Variante gefunden, eine Doppel-Mutante. Bisher ist diese aber noch nicht als besorgniserregend eingestuft worden, weil sie tödlicher wäre oder infektiöser.“ Um eine derartige Mutante zu bestätigen, fehle es derzeit an Daten.

 

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Quelle: Tagesschau, SOS-Kinderdörfer