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3,4-Methylendioxypyrovalerone, kurz MDPV, ist ein vollsynthetisches Amphetaminderivat, gilt als Research Chemical und ist seit 2005 erhältlich. Es wurde auch als „synthetisches Kokain“ beworben und tauchte in den sogenannten Badesalzen auf. Es ist chemisch eng verwandt mit dem Stoff Pyrovaleron, das in den Sechzigern als medizinisches Psychostimulans entwickelt wurde. Allerdings wurde es aufgrund von Missbrauchs- und Abhängigkeitspotential bald wieder vom Markt genommen. Der chemische Aufbau ähnelt dem von MDMA, die Wirkung aber eher an Amphetamin, Methylphenidat („Ritalin“) oder Kokain.

Allgemein bewirken Stimulanzien wie MDPV ein Hochgefühl bis hin zur Euphorie, bei großer Selbstsicherheit und dem Gefühl körperlicher Stärke ohne Hunger und Müdigkeit. UserInnen von MDPV berichten außerdem von gesteigerter sexueller Erregbarkeit, großer Redseligkeit sowie dem subjektiven Gefühl verbesserter Konzentrationsfähigkeit und Kreativität.

Konsumiert wird es entweder durch die Nase oder geschluckt, wodurch auch Wirkung und Wirkungsdauer variieren kann. Da MDPV sehr potent ist, liegen übliche Dosierungen im Bereich von 3 mg (leicht) – 15 mg (stark). Eine Überdosierung kann daher realtiv leicht passieren. Folgen sind unter anderem ein starker Anstieg des Blutdrucks und der Herzfrequenz, Panikattacken und Verfolgungsängste.

Die Wirkung von MDPV tritt bei nasalem Konsum nach etwa 5-20 Minuten, bei oralem Konsum nach 15-30 Minuten ein. Berichte über die Wirkdauer weichen stark voneinander ab: Je nach Aufnahmeart (oral konsumiert wirkt MDPV länger) und Dosis dauert die Wirkung zwischen 2 und 7 Stunden an. Wobei viele UserInnen berichten, dass – vor allem mehrfaches – „Nachlegen“ die Wirkung unverhältnismäßig stark verlängert. In diesem Fall können Nachwirkungen noch bis 48 Stunden nach dem Konsum spürbar sein. Das Runterkommen wird im Allgemeinen als extrem unangenehm und unerträglich beschrieben, was oft zu Depressionen, Schuldgefühlen oder Paranoia führt.

Seit 1.1.2012 ist MDPV im Neue-Psychoaktive-Substanzen-Gesetz (NPSG) erfasst und somit in Deutschland verboten. Da es sich bei dem Stoff wie gesagt um ein Research Chemical handelt, gibt es keine wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Langzeitfolgen des Gebrauchs. Man kann aber davon ausgehen, dass MDPV ein hohes psychisches Abhängigkeitspotential birgt.

Quelle: checkit.wien

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