
Das Fuchsbau Festival hat mit einem ungewöhnlichen Schritt für Transparenz gesorgt. In einer Instagram-Galerie zeigt das Team, was die Organisation einer mehrtägigen Veranstaltung tatsächlich kostet.
Aufbereitet in anschaulichen Diagrammen und mit konkreten Zahlen wird sichtbar, dass die Ausgaben weit über das hinausgehen, was Außenstehende oft vermuten. „Spoiler: Die realen Kosten für eine Veranstaltung in dieser Größenordnung sind viel größer“, heißt es in der Mitteilung.
Möglich wird das Festival nur durch Freundschaftspreise, ehrenamtliches Engagement und Partner, die auf einen Teil ihrer Marge verzichten. So entsteht ein Projekt, das weit mehr ist als ein gewöhnliches Event – es lebt von Idealismus und dem Willen, gemeinsam etwas Besonderes auf die Beine zu stellen.
Doch die Veranstalter warnen: Fördergelder werden knapper. Da das Fuchsbau in seiner Kalkulation auf öffentliche Mittel angewiesen ist, sind Preissteigerungen in den kommenden Jahren kaum zu vermeiden. Parallel steigen Produktionskosten, Gagen und Technik.
Viele Festivals reagieren darauf mit neuen Einnahmequellen wie VIP-Tickets, verkleinerten Live-Programmen zugunsten von DJ-Sets oder zusätzlichen Spendenkampagnen. Manche ziehen sogar ein Ende in Betracht – eine Entwicklung, die die Fuchsbau-Macher mit Sorge beobachten.
„Denn wir glauben, dass es gerade in heutigen Zeiten eine vielfältige Festivalkultur braucht“, betont das Team. Ein Hinweis auf den Stellenwert von Veranstaltungen, die jenseits des Mainstreams Räume für Kunst und Begegnung schaffen.
Hier gehe es nicht nur um Musik, sondern auch um Kulturarbeit, die ohne freiwilliges Engagement kaum denkbar wäre. Ein besonderer Einblick betrifft die Öffentlichkeitsarbeit. Dank einer Förderung des Landesverband Soziokultur Niedersachsen gibt es eine 520-Euro-Stelle für Kommunikation – unabhängig von Projekten und ganzjährig.
„Dafür sind wir unglaublich dankbar“, erklären die Verantwortlichen. Doch selbst das reiche nicht aus: Neben den bezahlten Kräften, die im Jobsharing arbeiten, unterstützen noch drei Ehrenamtliche das Team Kommunikation.
Die Offenheit des Festivals stößt bei der Community auf Anerkennung. „Ganz wichtig, das mal aufgeschlüsselt zu zeigen. Viele sehen nur das Festival als Ergebnis. Danke für Eure Arbeit“, kommentiert ein User. Eine weitere Stimme hebt hervor:
„Als Veranstalterin habe ich einen Mords-Respekt davor, dass ihr das überhaupt für ‚so wenig‘ Geld auf die Beine gestellt bekommt mit 4 Bühnen. Laien können sich kaum vorstellen, was da an Logistik und Kosten hinter steckt – und wohlgemerkt wird hier die meiste Arbeit auch noch ehrenamtlich gemacht, die normalerweise auch noch über Lohnkosten abgedeckt werden müsste.“
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