Wie langsame Beats beim Lernen helfen


 

Im Alltag werden wir konstant durch eine Überstimulation überfordert. Werbeplakate kämpfen um unsere Aufmerksamkeit, leuchtende Bildschirme strahlen aus jeder Ecke und das eigene Smartphone bleibt nur selten still. Kein Wunder, dass immer mehr Menschen unter Konzentrationsschwierigkeiten leiden und oftmals nicht lange still sitzen können. Um sich besser zu fokussieren, ist nicht immer Stille die richtige Antwort. Einige Menschen profitieren beim Lernen und Arbeiten von Hintergrundmusik, die Gedankenströme abwenden und den Geist entspannen kann. Aber nicht jedes Genre ist als Begleitmusik geeignet. Vor allem kommt es bei der Beschallung auf den richtigen Beat an!

Jeder Mensch ist anders

Zahlreiche Studien haben bereits versucht, die Wirkung von Musik auf die menschliche Konzentration zu testen. Dabei finden einige Forscher heraus, dass Musik sehr hilfreich sein kann, andere widerlegen das Phänomen. Dabei wird schnell klar, dass jeder Mensch anders ist pauschale Aussagen nur schwer getroffen werden können. Während sich die einen hervorragend bei klassischer Musik konzentrieren können, benötigen andere völlige Stille. Dabei kommt es natürlich auch ganz klar darauf an, wo man sich gerade befindet. Sitzt man in einer leisen Bibliothek, in der alle gerade am Lernen und Recherchieren sind, kann die Umgebung einen beruhigenden Effekt haben. Befindet man sich hingegen in einem gut besuchten Café und ist störendem Gesprächslärm ausgesetzt, kann Musik sehr hilfreich sein. Hier gilt es, seinen eigenen Groove beim Lernen und Arbeiten zu finden.

Musikgenres und Anzahl der Beats

Auch wenn jeder Mensch unterschiedlich ist, können einige allgemeine Aussagen getroffen werden. Wer Musik einsetzt, um sich zu fokussieren, sollte im Normalfall auf akustische Musik ohne Gesang bauen. Pokerspieler nutzen z. B. gerne langsame, melodische oder elektronische Musik ohne Text, wenn sie am Spieltisch sitzen. Die meisten von uns haben das schon einmal gesehen: Pokerprofis sitzen mit Kopfhörern und tiefsitzender Kappe am Spieltisch und blenden dabei ihre gesamte Umgebung aus. Die Wettkämpfe sind oftmals laut, dazu befinden sich Zuseher und die Presse rundherum. Wer dabei sein Pokerface nicht verlieren möchte, hört beruhigende und atmosphärische Klänge. Wer alleine vor dem Schreibtisch sitzt, benötigt vielleicht eher einen stimmungsaufhellenden Sound und versüßt sich den Nachmittag mit langsamen House-Sounds oder akustischen Piano- oder Gitarrensolos. Ganz egal, ob man sich mit klassischer, akustischer oder elektronischer Musik am wohlsten fühlt, wichtig ist dabei nur die Geschwindigkeit. Empfohlen werden daher Stücke mit 50 bis 80 Beats pro Sekunde, denn sie sorgen für Entspannung und Fokus.

Lernmusik ohne Störfaktoren

Wer beim Arbeiten oder Lernen Musik einsetzt, sollte dabei alle möglichen Störfaktoren eliminieren. So hilft es, eine eigene Playlist zusammenzustellen, auf der nur die eigenen Lieblingslieder vorhanden sind. Nichts ist ärgerlicher, als wenn man bei jedem dritten Song in den Player gehen und einen Track vorspringen muss. Außerdem sollte man seine Musik entweder offline anhören oder auf bezahlte Streaming-Dienste setzen, denn nervige Werbeschaltungen sorgen dafür, dass man aus seinem Gedankenfluss gerissen wird. Hat man einmal den Faden verloren, kommen andere Störfaktoren hinzu. Schon ist man wieder an seinem Smartphone und checkt die sozialen Medien oder beantwortet Chatnachrichten. Auch eine schlechte Internetverbindung, die die Musik zum Stocken bringt, ist nicht erwünscht. Wer keine verlässliche Connection hat, lädt seine Playlist lieber im Vorhinein herunter. Keine Ideen für die eigene Lernmusik? Auch kein Problem! Im Internet findet man zum Glück eine Vielzahl an Musiksammlungen, die genau für diesen Zweck gedacht sind. So hat der Streaming-Anbieter Spotify z. B. eine große Auswahl an Playlists mit langsamen Klängen, die ohne Gesang auskommen, außerdem kann das Programm individuelle Mixes für seine User erstellen.

Sich langfristig zu konzentrieren, ist für viele Menschen in der heutigen Zeit eine große Herausforderung. Ständig werden wir durch Geräusche, Bilder und Geräte abgelenkt, sodass die Aufmerksamkeitsspanne weiter absinkt. Musik kann hier eine echte Stütze bieten, sofern man seinen richtigen Groove gefunden hat. Allgemein wird zum Lernen und Arbeiten eine langsame Melodie ohne Stimme empfohlen, die entweder im akustischen oder im elektronischen Bereich sein kann. So können unpassende Gedanken ausgeblendet und der Verstand ganz auf die Materie fokussiert werden. Dazu hilft Musik dabei, laute Umgebungen auszublenden, wenn man gerade keinen stillen Ort finden kann.