Wirtschaftswoche: Das Berghain ist ein „mittelständisches Unternehmen“

Der Berliner Kult-Club Berghain, bekannt als Mekka der globalen Techno-Szene, feiert sein 20-jähriges Bestehen – und beeindruckt nicht nur mit seinem Ruf, sondern auch mit seinen wirtschaftlichen Zahlen.

Die Berghain Ostgut GmbH, die den Club betreibt, hat seit 2009 kumulierte Gewinne von rund elf bis zwölf Millionen Euro erzielt. Das alles berichtet die Wirtschaftswoche im Rahmen des Club-Geburtstag und liefert dazu Zahlen und Statements. Wir fassen sie für euch zusammen.

Hinter dem Erfolg stehen laut der Zeitung mutige unternehmerische Entscheidungen: 2010 kaufte die GmbH das historische Heizkraftwerk, das den Club beherbergt, mithilfe von Krediten. Die Höhe der Darlehen bleibt in frühen Finanzberichten uneinheitlich, schwankt zwischen knapp einer Million und 1,7 Millionen Euro. Doch der riskante Kauf zahlte sich aus, auch wenn das Unternehmen anfänglich Verluste schrieb.

Personalkosten machen bis zu 52 Prozent des Umsatzes aus. Der Umsatz selbst wird von den Betreibern zwar nicht offengelegt, doch Expertenschätzungen zufolge könnte er zwischen 80 und 330 Millionen Euro pro Jahr liegen – bei einer typischen Gewinnmarge von 0,5 bis zwei Prozent in der Branche.

Ein Großteil der Einnahmen stammt aus Eintrittsgeldern, die bei rund 25 Euro pro Person liegen, sowie dem Verkauf von Getränken. Hinzu kommen Veranstaltungen wie Konzerte und Ausstellungen.

Während diese Einnahmequellen stabil bleiben, sorgen steigende Energie- und Personalkosten sowie die Aufrechterhaltung des berühmten Soundsystems von Funktion-One für hohe Ausgaben.

Trotz Herausforderungen wie der Corona-Pandemie, in deren Verlauf das Berghain etwa 2,2 Millionen Euro an staatlicher Förderung erhielt, bleibt der Club wirtschaftlich robust. Im vergangenen Jahr beschäftigte der Club durchschnittlich 337 Angestellte, die Zahl steigt im Jahresvergleich stetig.

„Das Berghain ist ein mittelständisches Unternehmen und leistet einen erheblichen Beitrag“, sagt Marcel Weber, Vorsitzender der Berliner Clubcommission und früherer Chef des Berliner Clubs Schwuz. „Es zahlt Steuern, wie jede andere Firma auch, und ist ein riesiger Arbeitgeber.“

Quelle: Wirtschaftwoche

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