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Nun ist es offiziell. YouTube bestätigte am Dienstag den Start eines eigenen Musik-Streaming-Dienstes. Mit allen großen Major-Labels habe man bereits Verträge, so heißt es. Labels, mit denen sich die Google-Tochter nicht einigen konnte, fliegen raus. Und zwar nicht nur vom geplanten Streaming-Dienst, sondern auch von der Videoplattform YouTube selber [Achtung! Update!].

Diese Praktik bestätigte Robert Kyncl, Head of Content and Business Operations bei YouTube, gegenüber der Financial Times. Laut Kyncl decke YouTube mit den Labels 90% des Musikmarktes ab. Das bestreiten andere Verbände, wie z.B. der Verband unabhängiger Musikunternehmen e.V. (VUT). Laut ihren Angaben macht der Markt an Indie-Labels mindestens 30% aus.

Der Verband kritisierte vor allem die am Markt ungewöhnlich geringe Vergütung und die “Friss oder stirb”-Taktik, die YouTube mit ihren vorgelegten Verträgen verfolgt hat. “Kleine und mittlere Musikunternehmen auf diese Art und Weise anzugehen, um sie in untragbare Verträge zu zwingen, ist eine Frechheit. YouTube missbraucht hier ganz klar seine Marktposition”, so Jörg Heidemann, stellvertretender Geschäftsführer Ende Mai.

YouTube wird wohl in den nächsten Tagen den Testbetrieb ihres neuen Dienstes beginnen, mit dem User-Videos und Musik ohne Werbung konsumieren und auch auf ihre mobilen Endgeräte herunterladen können. Kostenfrei wird der Dienst, der gerüchteweise unter dem Namen YouTube Music Pass laufen soll, jedoch nicht sein.

Quelle: The Guardian

 

Update, 18.6.14, 14:47

Laut Digital Music News besteht hier weniger Klarheit als zunächst erwartet. DMN zitiert eine anynome Quelle, die mit dem Thema eng vertraut ist, dass Labels, die den thematisierten Vertrag nicht unterzeichnet haben, lediglich kein Geld mehr mit ihren Veröffentlichungen auf YouTube verdienen können, jedoch nicht ganz gesperrt werden. Leider ist dies die bisher einzige bekannte Quelle mit dieser Aussage. Es bleibt also weiterhin spannend was passiert.

 

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