Der Wiener DJ und Produzent hat sich schon vor vier Jahren der klassischen Musik angenommen, als er Beethovens Musik neu bearbeitete. Nun ist Landsmann Mozart dran. Das Album „Mozart Reloaded“ und die Neuauflage von „Beethoven Reloaded“ (samt Bonustracks) erscheinen am 13. Juli auf Emarcy/Universal. Gerade frisch veröffentlicht wurde auch seine EP „Bagana“ auf dem eigenen Label Drift Recordings – ein Vorbote des fürs kommende Jahr geplanten Debütalbums.

„Ich komme nicht aus der Klassik, sondern vom Wiener Sound der 90er. Das, was für mich „Klassik Reloaded“ in erster Linie ausmacht, ist der intuitive, nicht-analytische Zugang zu den Originalwerken. Mir ging es darum beide Musikstile nicht einfach nur zu verbinden, sondern etwas Neues zu schaffen. Bei meiner Auswahl habe ich Werke verwendet, welche mir ganz einfach gefallen haben und für mich gut klangen, aber vor allem bei denen ich auch musikalisch weiterdenken konnte. Man kann sagen, ich habe mich völlig wertfrei und intuitiv an die Sache gemacht.

Deswegen könnte ich, wenn man mich fragen würde, auch nicht wirklich sagen, was die besten Werke zum Einstieg für Nicht-Klassikaffine wären, das sollte jeder individuell für sich selbst finden – ob einem die überwiegenden Leichtigkeit Mozarts oder eher Beethovens Schwere und ‚Deepness‘ liegt, muss man für sich selbst herausfinden. Ich persönlich glaube, dass sich in der Klassik jeder hin und wieder zu Hause fühlen kann, weil es wirklich viele zeitlos großartige Werke gibt.

Daneben gibt es auch viele andere Gründe, warum man heute noch Klassik hören sollte. Neben den großartigen musikalischen Strukturen, die diese Musik birgt, nimmt sie einen immer emotional mit, berührt auf eine Art und Weise, wie es in unserer Zeit wenigen Werken gelingt und die Melodien sind zeitlos gültig. Allein die Energie eines Symphonieorchesters in voller Besetzung, wenn es all seine Klangfarben ausschöpft, sucht ihresgleichen.

Dieses Projekt hat mir speziell auch bei meinen eigenen Tracks geholfen, indem ich lernte, einfach darauf los zu arbeiten und zu machen, und nach den Jahren voller nie enden wollender Produktionen und Soundtüfteleien an meinem eigentlichen elektronischen Sound, bin ich auch rein technisch jetzt dazu in der Lage, schneller und effektiver zu arbeiten und Ideen umzusetzen. Ich widme mich nun wieder voll und ganz meiner eigenen Schiene, in der es mehr um den Einfluss der schwarzen Musik geht als um alles andere. Völlig konträr also, aber gerade das macht es für mich abwechslungsreich und immer wieder spannend.“

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