close_will_saul
Sein Projekt CLOSE startete Will Saul anonym vor gut einem Jahr und veröffentlichte nach und nach Track für Track, konnte es an einem gewissen Punkt aber nicht mehr geheim halten – die Resonanz war zu gut und zahlreich. Was soll’s, dachte er sich und baute dann ein ganzes Album daraus, das nun rauskommt und den Titel „Getting Closer“ trägt. Was der gute Herr Saul versammelt hat, gehört für mich zu den schönsten Alben des bisherigen Jahres. Elektronik jenseits vom Dancefloor, sein Alter Ego CLOSE ist etwas ruhiger aufgestellt, aber nicht minder spannend. Es schwingen hier Soul, Electronica, 90er Melancholie, Reggae-Rhythmen, Folk, Broken Beats, Dub und Pop in einer wohl austarierten Dramaturgie. Instrumental- im Wechsel mit Vocal-Tracks ab, wobei die Erstgenannten mehr als nur bloßes Beiwerk sind, denn jeder Track hat hier eine eindeutige Signatur, die uns eine Richtung vorgibt. Mal nur instrumental, mal mit den Vocals, die natürlich auch je nach GastsängerIn schon die Richtung andeutet. Neben diesen hat Saul aber auch Gastmusiker an Bord, die ebenfalls ihr Übriges erledigen. Mit dabei sind u.a. Joe Dukie, Tikiman, Tanner & Ross mit einem Remix, Fink, Scuba, October oder Charlene Soraia. Sehr fein!