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Die Vögel veröffentlichten die „Blaue Moschee“ im Jahre 2009, was sowohl den Startschuss für das hanseatische Duo als auch für DJ Kozes Label Pampa Records markierte. Man hätte sich kaum einen besseren Auftakt wünschen können, der Track mit seinem markanten Bläsereinsatz eroberte die Dancefloors im Sturm, ist längst ein Klassiker geworden. Mit „Fratzengulasch“ und „The Chicken“ gab es seit dem leider nur zwei weitere EPs von Jakobus Siebels und Mense Reents, wir warten sehnsüchtig auf Nachschub.

Wie kam es zu dem markanten Bläsereinsatz im Track?

Es war ein bisschen die Zeit, in der die „Blaue Moschee“ entstanden ist. Es gab Stücke mit Bläsern von Ricardo Villalobos oder Sis zum Beispiel. Gleichzeitig hat sich Jakobus in dieser Phase einen großen Blasinstrumentenfundus angeschafft und wir hatten Lust einen Track mit Bläsern zu machen.

Auf was muss man beim Mixdown von Trompeten, Posaunen & Co. achten?

Wenn man einen mehrstimmigen Bläsersatz abmischen muss, ist es oft fummelig, einen ausgewogenes Klangbild hinzubekommen. Gute Kompressoren helfen da sehr. Viel wichtiger aber ist die Mikrofonierung. Die Mikrofone sollten nicht zu nah am Instrument sein. Ein Meter Abstand zum Horn ist das Mindeste. Und bitte keine Großmembran, und wenn, dann nur dynamische, die einen großen Schallpegel vertragen.

Auch das Arrangement besticht mit Originalität. Wie entsteht bei euch das finale Arrangement? Live-Jam oder tagelanges Editieren?

Bei uns wird tagelang, wochenlang und teilweise monatelang editiert. Dann wird das Ergebnis in die Tonne gekloppt und man fängt den nächsten Track an. Manchmal bleibt eine Spur übrig, aus der dann in 30 Minuten sowas wie „Blaue Moschee“ zurecht geschraubt wird.

„Blaue Moschee“ ist nun schon seit vielen Jahren ein Klassiker. Wie kann man die damalige Anfangsphase eures musikalischen Schaffens beschreiben, wo steht ihr jetzt und wie hat sich eure Arbeit im Studio im Laufe der Jahre verändert?

In unserer Anfangsphase haben wir endlose Aufnahme-Sessions mit analogen Instrumenten gemacht und Material gesammelt. Dabei ist eben die erste 12Inch herausgekommen. Wir waren im ersten Jahr ein bisschen zu sehr darauf fixiert, unbedingt Tröten und Flöten einzubauen. Davon haben wir uns bei dem zweiten Release wieder distanziert. Wir legen uns ungern fest. Heute erarbeiten wir unsere Tracks hauptsächlich vom Beat ausgehend. Analoge Musikinstrumente sind immer noch wichtig für uns, aber nicht mehr zwingend.

Was zählt bei elektronischer Musik mehr? Originalität oder Qualität?

Qualität. Gute Musik ist einfach besser.

Ihr müsst uns noch erklären, wie man aus einem Bläser-Sound eine pulsierende Bassline baut, wie ihr es gemacht habt.

Die Bassline der Blauen Mosche ist mit der Tuba eingespielt, und besteht eigentlich aus zwei Linien. Eine chromatisch aufsteigende Tonfolge auf den geraden Zählzeiten und der Einzelton auf den Offs, der den Basslauf zum swingen bringt.

Was steht denn bei euch demnächst an? Können wir uns bald auf neue Releases freuen?

Wir spielen zur Zeit viel live und arbeiten am Album, das irgendwann fertig sein wird. Wir haben keinen Veröffentlichungsdruck und lassen uns Zeit, damit es geil wird. Und darauf kann man sich durchaus freuen.

www.pamparecords.com
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