Mouse On Mars

Der Wettergott war gnädig, bzw. bestens gelaunt und hielt den Samstag trocken und sonnig, nachdem es in den Tagen davor doch teilweise recht ungünstige Prognosen gab. Ab frühem Nachmittag strömten die Besucher auf das Gelände der Galopprennbahn Grafenberg, wo das Tagesprogramm des Festivals auf drei Bühnen stattfand: Hauptbühne, Carhartt Stage und Newcomer-Bühne. So entstand im Laufe der zeit ein reger Pendelverkehr und jeder stellte sich auf diese Art und Weise sein persönliches Festivalprogramm zusammen. Bei uns startete es mit Africa Hitech, die uns mit ihrem ElektronikaDubReggaeSoulTech-Sound hervorragend aufgenommen haben. Es ging weiter über die Elektro-Popper The Hundred In The Hands, die kraftvollen Gitarren von Breton, die Exil-Düsseldorfer Elektronik-Frickler Mouse On Mars, bis hin zum Finale Grande des Tagesprogramms mit Beirut und Brandt Brauer Frick. Letztere übernahmen eine partyfreudige, von MOM bestens präparierte Crowd, die gerne hier vor der Carhartt Stage bis tief in die Nacht getanzt hätte, anstatt in die Shuttle-Busse zu steigen. Doch so endete in der Abenddämmerung der erste Teil des Spektakels auf der Galopprennbahn, die sich wieder mal als würdiger Gastgeber erwiesen hat und neben vielen Musikfreunden auch Kind und Kegel beherbergt hat.

Auch nach Sonnenuntergang war der Sommer allgegenwärtig. Nach dem urlaubsgleichen Festivaltag wurde die Nacht im Stahlwerk und im angeschlossenen Stadtstrand Treibgut zelebriert.
Unter dem klaren Stahlblau des Himmels relaxten die Gäste bei gediegener Beach-Party-Atmosphäre in Liegestühlen und Strandkörben am Pool – mit Blick auf ein Meer aus Visuals an der Außenfassade der Stahlwerk-Halle.
Bei solcher Konkurrenz vom Wetter füllte sich die Halle zum Konzert von Stabil Elite zunächst nur zögerlich. Das junge Düsseldorfer Elektronik-Trio stellte erstmals sein gefeiertes Debütalbum „Douze Pouze“ in der Heimatstadt vor – blieb jedoch, nicht nur wegen suboptimaler Akustik, live hinter den Erwartungen zurück.
Umso knalliger kam der Headliner WhoMadeWho ab 1:45 Uhr daher. Schon nach wenigen Minuten blieb beim Publikum kein Bein still, kein Arm unten und kein Kopf ungeschüttelt. Ekstase – wenn Tomas Barford, Tomas Høffding und Jeppe Kjellberg ihre melancholisch-waghalsigen eingehend pulsierenden Elektro-Pop-Punk-Songs wie „Never Had The Time“ vom neuen Album „Brighter“ performten.
Für eine Zugabe ließen sich die Dänen zwar lange, aber nicht zweimal bitten. Bestens aufgelegt, feierten sie sich und ihr Publikum. Mit ihrer Version von Benny Benassis ,Satisfaction’ brachten sie das Live-Programm des Open Source-Festivals zu einem fulminanten Abschluss.
Fazit: Die Open Source-Crew um Philipp Maiburg hat auch mit der siebten Ausgabe ein ganz besonderes und einzigartiges Event hingelegt und für eine Bereicherung des Festivalsommers gesorgt.

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Text: Csilla Letay & Tassilo Dicke
Fotos: Aleksandra & Tassilo Dicke