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Hinter dem Alias CVBox steckt der Leipziger Christoph Heinze. Er gehört schon seit Anfang an zum Umfeld des beliebten Dresdener Labels Uncanny Valley auf dem er erst im letzten Jahr zusammen mit Micha Freyer die hochgelobte EP „Transparency“ veröffentlichte. In diesen Tagen erscheint das Debütalbum des Soundtüftlers und Naturfreunds auf dem Dresdener Label. Zeit, die Person hinter CVBox genauer kennenzulernen. 

Wann hast du begonnen elektronische Musik zu hören?

Kann ich gar nicht so richtig sagen. Wahrscheinlich schon seit Anfang meines Lebens. Bei meinen Eltern gab es Schallplatten, neben klassischer Musik, Jazz und Blues, auch welche von Klaus Schulze, Reinhard Lakomy, Jean-Michel Jarre und Vangelis, die sie mir alle, vielleicht als Baby schon untergejubelt haben. Ich kann mich zumindest erinnern das ich als Kind, wenn ich krank war, neben Märchenschallplatten auch die elektronische Musik sehr gern gehört habe. Sie kooperieren beide sehr gut miteinander. Das war irgendwie am besten. Da konnte man so schön träumen. Sie nahmen mich mit auf eine Reise zum entspannen und ich war schnell wieder gesund.

Ab wann hast du bemerkt, das du aktiv Musik machen wolltest? Sei es als DJ oder Produzent.

Vielleicht so ab 1997, mit Fruity Loops. Ein einfaches Programm für den Computer. Kann man ja mal Digital anfangen. Später kamen dann die Roland- und Korg-Instrumente dazu, die von einem Freund (Grüße Herr Freier) in dem Haus meiner Eltern zwischengelagert wurden. Zudem hatte ich zu Hause auch ein Klavier, an dem ich immer gern gespielt habe, auch ohne Noten, frei improvisiert, Freestyle. Das hat immer Spaß gemacht. So entwickelte sich eine immer größer werdende liebe zu Tasteninstrumenten. Noch heute spiele ich gern, frei von irgendwas auf dem Klavier. Keith Jarrett, war und ist da immer noch ein ganz großes Vorbild. Vergessen darf man da auch nicht zusagen, das ich als Kind, Violine spielte. Das war als Junge nicht immer einfach, zu Ostzeiten, auf einem Dorf. Wobei sich für mich in dieser Zeit ein gutes harmonisches Verständnis und Gehör entwickelt hat. Das weiß ich bis heute sehr zu schätzen. Das schönste an dem Geigenunterricht war immer, das mein Geigenlehrer ein großer Pilzfreund bzw. Pilzberater war und ich durch interessierte Gespräche über Pilze meinen Unterricht immer gut kürzen konnte. Am Ende bin ich dennoch an den elektronischen Geräten hängen geblieben. Die Tasten brauch ich nach wie vor und paar Knöpfe zum drehen sind auch hilfreich. Es gibt auch nichts schöneres, als ein richtig gut klingendes Klavier.

Neben der Musik bist du ja bekanntlich ein großer Naturfreund. Lässt das deine Kreativität steigen?

Das kann ich nicht richtig sagen. Sucht man doch meist die Ruhe im Wald. Sicherlich denkt man über das eine oder andere nach. Aber primär will man glaube ich eher den Geist frei machen. Sinnvoll waren die Waldspaziergänge oft vor einer Aufnahme eines neuen Stückes. Und der Hunger treibt einen ja auch mal so durch den Wald.

Ich habe gelesen das du auch gerne Pilze sammelst. Welcher Pilz ist denn dein heimischer Lieblingspilz?

 

Da gibt es viele. Hexenpilze, Stockschwämmchen, Grüngefelderter Täubling, Violetter Rötelritterling und natürlich Edel-Reizker. Der Frauen-Täubling ist auch sehr graziös.

Kommen wir auf den Album „So ist es im Nadelwald“ zu sprechen. Die Musik auf deinem Album bewegt sich zwischen Achtzigerjahre Electro, Techno und Ambient. Sind das die drei Pole zwischen denen du dich am wohlsten fühlst?

Auf jeden Fall. Techno und Electro begleiten mich schon seit dem ich 13 bin und Ambient kam schon früher dazu. Das war dann auch der Grund für meine Musikalische Ausbildung am klassischen Instrument. So begann ich mehr Klavier zu spielen und nahm auch ein paar Jahre Unterricht. Was ich überhaupt nicht mag, ist 80er Studenten-Hit-Geballer!

Du bist ein Fan von analogem Equipment. Welche Geräte sind auf deinem Album zu hören?

Roland TR-808, 2x Roland TR-707, 2x Roland MC-202, Roland TB-303, Roland SH-7, Roland Juno-60, Korg Monopoly und Akai MPC.

Zum Abschluss die Frage: Wie ist es denn jetzt im Nadelwald?*

Ja da ist es wunderbar! Dort erlebt man so viele schöne Dinge, die einem die Natur zu bieten hat. Die Luft ist rein und frisch, der Klang des Waldes so klar und die Pflanzen und vor allem Pilze gedeihen in einer Pracht, was einen süchtig macht. Der Nadelwald kann auch hilfreich sein wenn man im Krankenhaus ist. Rettet Leben, stärkt hin und wieder den Körper oder verlängert das Leben auf unbestimmte Zeit. Und was wäre das Leben ohne Nadel und Plattenspieler. Könnte man die Stille auf Dauer ertragen? Was sollte ich sonst mit dem Vinyl anstellen?

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*Interview fand im Spätherbst statt.