Ikarus Festival

Festivals kommen, Festivals gehen. Das Ikarus Festival kam – und ist geblieben. Darauf können die Macher stolz sein. Gerade in der heutigen Zeit, in der sintflutartig neue Events aus dem Nichts entstehen – und oft genauso schnell wieder verschwinden. Das Ikarus Festival geht 2018 in die vierte Runde und setzt mit einem Line-up, bestehend aus 80 Künstlern, neue Maßstäbe der Eventproduktion im süddeutschen Raum. Wir haben uns mit Alexander Eidel aus der Veranstaltungs-Crew über das bevorstehende Musik-Großereignis unterhalten. Bevor ihr unser Frage- und Antwortspiel allerdings lest – werft doch kurz einen Blick auf die Hardfacts. Und die – die kommen jetzt:

Ikarus Festival
07. bis 10. Juni 2018
ehemaliger Militärflughafen, Memmingerberg (Memmingen im Allgäu)
sechs Bühnen, darunter drei Fliegerhangars, ein Zirkuszelt, eine Open-Air-Bühne, eine Waldbühne

Line-up-Auszug: Nina Kraviz, Richie Hawtin, Solomun, Tale Of Us, Chris Liebing, Pan-Pot, Sam Paganini, Adriatique, Alan Fitzpatrick, Dax J, Deborah de Luca, DJ Rush, Ellen Allien, Gregor Tresher, Alle Farben & Friends, Bakermat, Boris Brejcha, Lexy & K-Paul, Moonbootica, Neelix, Ofenbach, Oliver Koletzki, A.N.A.L, AKA AKA, Andreas Henneberg, BMG, Danielle Diaz, Dirty Doering, Dominik Eulberg, Einmusik, Felix Kröcher, Format:B, Kerstin Eden, Klaudia Gawlas, Klopfgeister, Magit Cacoon, Marika Rossa, Mausio, Pappenheimer, Monkey Safari, Oliver Schories, Ron Flatter, Reinier Zonneveld, Tok Tok vs. Soffy O., Yetti Meißner, SHDW & Obscure Shape

Die Geschichte von Ikarus kennt jeder: Er befestigte Flügel aus Wachs an einem Gestänge, flog über das Meer und kam der Sonne zu nah. Absturz. Tod. Die Geschichte des Ikarus-Festivals ist allerdings viel, viel positiver. Hier gibt es Jahr für Jahr ein happy End. Stimmt´s, Alex?
Die Geschichte unseres Ikarus´ endet mit einem tollen Spektakel, jedes Jahr aufs Neue – ganz genau. Wir haben den Begriff „Ikarus“ für unsere Gäste neu geprägt. Er wird mit einer tollen Erfahrung, einem positiven Vibe, assoziiert.

Alex, Du bist bei der Ikarus Event GmbH für Booking, Marketing & Co. zuständig. Beschreib doch mal, wie so ein typischer Arbeitstag bei Dir aussieht.
Typische Arbeitstage gibt es bei mir im Grunde genommen nicht. Kein Tag ist wie der andere. Gefühlt arbeitet man rund um die Uhr – aber das natürlich immer gerne. (lacht) Ich denke, das wird jeder bestätigen, der in diesem Bereich tätig ist. Arbeit und Privatleben vermischen sich generell, was ich persönlich allerdings super finde! Grundsätzlich versuche ich, morgens zu einer bestimmten Zeit in die Agentur zu gehen. Ab dann beginnt der Kampf, alle Mails, Listen, Meetings, die Anliegen der lieben Kollegen, Calls – und was sonst noch dazukommt –, unter einen Hut zu bekommen. Kennt – denke ich – auch jeder in irgendeiner Form. (lacht) Mal sind die Tage zehn Stunden zu kurz, und mal nur drei. (lacht)

Das Ikarus Festival gilt als das größte, elektronische Camping-Festival Süddeutschlands und findet im Allgäu statt. Wo und wann? Wie viele Floors habt ihr, und welche Künstler sind so am Start?
Wir spielen auf sechs individuellen Bühnen. Dahinter verbergen sich drei Fliegerhangars, ein riesiges Zirkuszelt, eine Waldbühne und natürlich eine ordentliche Open Air Stage mit einer großen, grünen Wiese davor. Dieses Jahr haben wir wieder viele neue Künstler eingeladen, wie zum Beispiel Richie Hawtin, Nina Kraviz, Solomun, Ellen Allien, Alan Fitzpatrick, Adriatique, Deborah de Luca. Aber auch wieder jene, die bereits bei uns waren und nicht fehlen dürfen: Chris Liebing, Pan-Pot, Sam Paganini, Pappenheimer, Oliver Koletzki, Dirty Doering, Einmusik, Klaudia Gawlas und, und, und. Insgesamt sind es stolze 80 DJs und Acts an der Zahl – alle auf unserer Homepage oder auf Facebook zu finden.

Jeder hat mal klein angefangen. Mittlerweile strömen zum Ikarus-Festival – ja, wie viele Leute erwartet ihr eigentlich so? Und wie hat alles begonnen?
In diesem Jahr werden 40.000 Gäste an drei Tagen erwartet. Begonnen hat alles im Juni 2015 mit zwei Sheltern, einer Open Air-Bühne und einer kleinen Newcomer-Stage. Ein toller erster Auftakt mit rund 15.000 Gästen war das damals. Schnell war klar: Die Leute hier haben Bock! Also haben wir uns direkt wieder an die Arbeit gemacht, um noch größer, länger und abwechslungsreicher zurückzukehren. Zur Freude der Besucher, wie es scheint! (lacht)

Ikarus Festival

Wenn ich einen Blick aufs Line-up werfe, würde ich sagen: Techno und House stehen im Vordergrund. Allerdings lese ich auch Namen wie Alle Farben (der ja eher etwas kommerzieller unterwegs ist), Neelix und Klopfgeister (die ja eher psytrancy unterwegs sind) und Lexy & K-Paul (die ja eher electroppy unterwegs sind). Was genau ist euer Soundkonzept?
Das Soundkonzept ist leicht erklärt: Jeder soll auf seine Kosten kommen, egal welchem elektronischen Genre er verfallen ist. So bieten wir von internationalem Techno über kommerzielleren Sound, härterem Techno, nationalem Techno und House bis hin zu Psy-Trance allen eine Plattform, um für viele, viele Stunden zu feiern und zu tanzen – und, um sich auch mal neue Künstler anzuhören. Wer mal etwas Downtempo oder abgedrehtere Klänge mag, kann sich unsere neue Bühne mit Endlos Industries anschauen und -hören. Diese wird sich auf einer verborgenen Waldlichtung befinden. Sie entstand quasi aus dem Nichts, besteht nur aus Holz, und wurde extra für dieses Wochenende von vielen fleißigen und kreativen Helfern geschaffen.

In der Pressemitteilung habe ich gelesen, dass Ihr Workshops anbietet. Welche?
Wir lassen uns jedes Jahr ein paar unterhaltsame Dinge einfallen, damit das Festival-Urlaubs-Erlebnis perfekt abgerundet wird. In diesem Jahr gibt es z. B. Yogakurse, Hairstyling, Siebdruck-Kleidung zum selbst gestalten, Body-Art und vieles mehr. Die Gäste finden es witzig, zwischendurch mal etwas Anderes oder Neues auszuprobieren.

Ikarus findet auf einem ehemaligen Militärflughafen statt. Das klingt nach einer spannenden Location – das klingt nach „Hier trifft das zarte Gänseblümchen auf den harten Beton” und nach „Auf einem einst kriegerischen Posten feiern zig Tausende ein friedvolles Fest”. Wie sieht es vor Ort so aus, und was macht diesen Ort zu einem ganz Besonderen?
Das Besondere ist definitiv die Kombination des ehemaligen Militärflughafens und des internationalen Flughafens Memmingen (direkt angrenzend), der natürlich noch in vollem Betrieb ist. Das bedeutet, dass unsere Gäste in alten Fliegerhangars tanzen und wenige Meter nebenan die Flugzeuge starten und landen. Das ist wirklich ein einzigartiges Gefühl, von dem unsere Gäste jedes Jahr wieder neu überwältigt werden.
Die ganze Location lebt von der Vielfalt: Beton, Wiesen, Hangars, Wälder, alte Gebäude, der angrenzende Flughafen… Es ist eine großartige Mischung, die da zusammenkommt.

Spätestens jetzt wollen die FAZE-Leser natürlich wissen, wie sie an Tickets kommen und was sie kosten. Klär sie doch mal bitte auf.
Aktuell gibt es sie noch unter www.ikarus-festival.de/tickets.
Im letzten Jahr waren wir vollständig ausverkauft. Also nicht schlafen. (lacht)

Das Schlusswort gehört Dir. Was Du auf keinen Fall unerwähnt lassen möchtest, ist…:
Da gibt’s von mir einfach noch einen Tipp zu den VVK-Tickets: Ab vier Personen zahlt man nicht mal 75 Euro für drei Tage, mit einem wohl einzigartigen Line-up in dieser Konstellation. Wenn das kein schönes Schlusswort ist…

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