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Seit ein paar Tagen vermehren sich die Nachrichten, dass Soundcloud wieder fleißiger am Sperren von Tracks ist. Das Interessante hierbei ist allerdings, dass es sich dabei nicht direkt um die Berliner Firma handelt, sondern das Majorlabel Universal eigenständig Werke und DJ-Mixe sperrt, bei denen sie Copyright-Verstöße feststellen. Angestoßen wurde die Debatte von Greg Morris alias Mr.Brainz auf Do Androids Dance. Dort wurde folgende Mail des Soundcloud-Supportteams veröffentlicht, nachdem Morris nachgefragt hatte, warum seine Mixe gesperrt werden und die von bekannteren DJs nicht.

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Wie sich aus dieser Antwort ergibt, überlasst Soundcloud Universal sehr viele Freiheiten beim Sperren. Auf E-Mail-Anfragen und Anrufe unsererseits reagierte Soundcloud leider nicht, gegenüber Mixmag veröffentlichten sie aber folgendes Statement:

„As a responsible hosting platform, we work hard to ensure that everyone’s rights are respected. In the case of rights holders, that means having processes in place to ensure that any content posted without authorisation is removed quickly and efficiently. In the case of users, that means having separate processes in place to ensure that any content removed in error can be reinstated equally quickly. If any user believes that content has been removed in error – for example, because they had the necessary permissions from Universal Music and/or any other rights holder – then they are free to dispute the takedown.“

Kurz zusammengefasst erklärt Soundcloud, dass sie die Rechte der Labels über die Rechte der User stellen. Im Zweifel muss jeder Nutzer von Soundcloud selbst nachweisen, dass Lieder in seinem Mix mit Recht veröffentlicht wurden. Universal darf also sperren, der User muss erklären. Das dies in der Praxis ein recht unfairer Prozess ist, wird jedem schon bewusst geworden sein, der einen Mix gesperrt bekommen hat.
Aber das ist noch nicht alles. Soundcloud verfolgt das Three-Strike-Modell, was in ähnlicher Form auch auf bundesweiter Ebene bezüglich Urheberrechtsverletzungen diskutiert wurde und schlussendlich vom Bundesverfassungsgericht scheiterte. Grundsätzlich sammelt der Nutzer sogenannte „Strikes“ also Vergehen. Nach drei ist Schluss und der Account wird gelöscht. Prominente Betroffene finden sich vermehrt, am bekanntesten wurde wohl der Streit zwischen Kaskade und Soundcloud.
Kurz gesagt: Universal löscht, Soundcloud sperrt den Account. Ein derber Dämpfer für die Nützlichkeit der Plattform, der zu Recht in den letzten Tagen für Unmut gesorgt hat.