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Bienen und Plätschern markieren den Anfang von Stimmings viertem Album. „Alpe Lusia“ ist ein Werk, das in großen Teilen auf einer Alm in den Alpen entstand. Malerisch, aber niemals kitschig sind die Titel, die so entstanden. „Prepare“ sorgt als Intro schon für genug Exposition, die man braucht, um das Album einschätzen zu können. Klare, verträumte Melodie gepaart mit einem warmen Beat. Das Stimming aber nicht in die Sphären des Ambients abgerutscht ist, beweist er gleich im zweiten Track „Pressing Plant“, der mit seiner mechanisch klingenden Synthline eine typische Techno-Stimmung aufbaut. So wie Stimming sich selbst auf der Hütte mehr Raum gelassen hat, wirken auch die Songs freier und reduzierter. „22degree Halo“, „Symphorine“ oder „Saibot“ wirken zum Beispiel aufgeräumt und prägnant. Aufgebrochen wird diese Ernsthaftigkeit durch die kleinen Verzierungen, die sich erst beim erneuten Hören entdecken lassen. Irgendwo schwebt immer noch etwas leise durch den Raum, um mehr Perspektive in den Track zu bringen. Wie auch schon in vorherigen Werken zeigt sich Stimming als Musiker mit viel Wissen und Finesse. Es gibt nicht viele Künstler in Deutschland, die in der Lage sind, elektronische Musik auf einem so hohen, klassischen Niveau zu fertigen. „Alpe Lusia“ ist wahrhaftig ein Album, dass einzigartig in seinem Stil ist. Und durch hervorragende Stücke wie „Tanz Für Drei“ und „For My Better Half“ wird auch klar, warum Stimming in der elektronischen Musik als etwas Besonderes gilt. Sein viertes Album steht dem in nichts nach. 9/10 Bronkemøller