CAMELPHAT 25

 


Was das beliebteste Getränk im letzten Sommer auf Ibiza war? Natürlich Cola – hergestellt nach einem Rezept von CamelPhat & Elderbrook. Das DJ-Duo und der Sänger lieferten einen der großen Sommerhits, stürmten, Charts, Clubs, Festivals und unseren Leserpoll und räumten Preise ab – wie z. B. den DJ Award. Wie „Cola“ entstanden ist, das erzählen uns Dave Whelan und Mike Di Scala hier.

Seid ihr komplett überrascht gewesen vom Erfolg von „Cola“ oder habt ihr schon etwas geahnt, dass der Track Potential haben könnte?

Wir haben schon Gedacht, dass der Track einen gewissen Charme hat. Wir haben lange nach einem coolen Indie-Vokalisten gesucht. Als wir dann die Möglichkeit bekamen mit Elderbrook zusammenzuarbeiten, kam einfach alles zusammen, wie es sein sollte. Versteht uns nicht falsch, wir haben natürlich nicht erwartet, dass „Cola“ so ein weltweiter Hit werden würde, aber wir haben immer an den Track geglaubt.

Wie ist der Track entstanden, wann und wie wurde Elderbrook eingebunden?

Wir haben eine Art Camp für Sänger und Songwriter in London veranstaltet und haben dort einen Ordner mit Tracks eingebracht. Acht bis zehn Ideen haben wir dann ausgesucht und dann die Sänger das singen lassen, was ihnen am besten gefällt. Das hat die Session sehr produktiv und effizient gestaltet. Mit Alex, also Elderbrook, passte es eben dann und wir konnte direkt zwei Tracks in den zwei, drei Stunden, die wir im Studio waren, machen. 

Was war zuerst da, Drums oder Bassline?

Die Drums. Wir wollten den Track so schmucklos wie möglich haben, aber immer noch druckvoll. Was natürlich leichter gesagt war als getan …

Welche Quellen habt ihr für den charakteristischen, housigen Drum-Groove genutzt?

Wir haben nur einfach Tambourine und Shaker benutzt, haben genug Schwung draufgepackt und haben einen Groove kreiert, der von der Bassline abprallt. Wie schon erwähnt, es ist ein sehr schmuckloses und abgespecktes Gerüst, das es der Stimme erlaubt, die ganze Arbeit zu erledigen.

Wie habt ihr den Riser programmiert, der vor dem ersten Drop kommt?

Keyboard-Taste gedrückt und dann am Pitchbend-Regler gedreht. Einfach, aber es hat funktioniert, ha!

„Cola“ ist definitiv ein intensiver Track, der keinen großen Aufbau benötigt und manche DJs nennen es den „Anti-Drop“, weil der Groove immer frisch und unerwartet startet. Wie war euer Ansatz beim Arrangement?

Wir haben in dieser Zeit so viel Tech-House, bei dem es um massive Drum-Rolls und Samples geht. Daher haben wir uns entschieden, einen Track zu machen, der komplett das Gegenteil sein sollte. „Cola“ war nie als Hit gedacht … wir lieben Acts wie The xx, London Grammar und Produzenten wie Solomun. Daher haben wir uns unsere Inspiration in Bezug auf Technik und Struktur von ihnen geholt. Je mehr „Indie“ wir die Vocals machen konnten, desto einzigartiger klang es.

Erzählt uns ein bisschen über euren Ansatz beim Mixen und Mastering.

Wir haben sehr kleine Kompressoren und nicht zu viel EQ benutzt. Die Vocals waren das Einzige, was wir komprimiert haben. Wie bei all unseren Tracks verlassen wir uns mehr auf die Volume-Level und den Sound. Unser Masterkanal ist sehr einfach gehalten.

Wie sehe neuer Pläne für die kommenden Wochen und Monate aus?

Wir haben ja gerade Fatboy Slims „Right Here Right Now“ geremixt und veröffentlicht. Wir haben vier Tracks fertig, die wir in unseren Sets getestet haben und wir sind super happy mit den bisherigen Ergebnissen. Und wir hoffen, dass wir später im Jahr unser eigenes Label starten werden.


Noch mehr Track-Checks:

Justus Köhncke – Timecode (Kompakt Records) 
Frankey & Sandrino – Acamar (Innervisions)

Oxia – Domino (Kompakt)

Andhim – Tosch (Superfriends)
Gabriel Ananda – Ihre persönliche Glücksmelodie (Karmarouge)
Ninetoes – Finder (Kling Klong)
Die Vögel – Blaue Moschee (Pampa Records)