
Mit „Resonance“ veröffentlicht das Pariser Kollektiv Acid Arab sein viertes Studioalbum und führt seinen musikalischen Weg konsequent weiter. Auf insgesamt 16 Tracks verbindet die französisch-algerische Formation elektronische Musik mit Einflüssen aus der orientalischen Kultur und erweitert ihren Sound um Elemente aus R&B, Trap und Trip-Hop. Das Ergebnis ist ein Album, das kulturelle Vielfalt nicht nur musikalisch abbildet, sondern auch als verbindendes Element versteht.
Seit ihrer Gründung steht Acid Arab für die Zusammenarbeit, die über geografische und kulturelle Grenzen hinweg geht. Auch auf „Resonance“ arbeitet das Kollektiv mit zahlreichen Künstler:innen aus verschiedenen Ländern zusammen, darunter Wael Alkak, Yasmine Hamdan oder Cheba Ibtissem. Die gemeinsamen Produktionen sollen dabei keine unterschiedlichen Kulturen gegenüberstellen, sondern einen gemeinsamen musikalischen Raum schaffen. Rückblickend beschreibt die Band das Album als „eine Momentaufnahme unserer Zeit – nicht nur kulturell, sondern auch musikalisch.“ Gleichzeitig habe man mit neuen Stilrichtungen Klangwelten erkundet, die zuvor noch kein Bestandteil des Projekts gewesen seien.
Besonders deutlich wird dieser Ansatz im Song „Ktafi Bardine“ mit Cheba Ibtissem, den die Band selbst als einen der Titelsongs bezeichnet, der viele ihrer musikalischen Überzeugungen zusammenfasst. Gleichzeitig entstanden einzelne Stücke auf ganz neue Weise. So brachte etwa die Zusammenarbeit mit der spanischen Sängerin und Schauspielerin Najwa Nimri bei „La Nada“ eine kreative Richtung hervor, „auf die wir allein niemals gekommen wären“. Die Offenheit für unterschiedliche Arbeitsweisen gehört damit ebenso zur Identität von Acid Arab wie die musikalische Vielfalt selbst.
Obwohl einzelne Songs wie „Yasmine Alsham“ gesellschaftliche oder politische Themen aufgreifen, versteht sich Acid Arab nicht als politische Band im klassischen Sinne. Vielmehr sehen sie ihre Arbeit bereits durch ihren kulturellen Austausch als politisches Statement. „Für uns steht immer zuerst die Musik und die Zusammenarbeit mit unseren Gastkünstler:innen im Mittelpunkt“, erklären sie. Gerade dadurch entstehe ein Projekt, das Brücken zwischen Menschen baut, ohne politische Botschaften in den Vordergrund stellen zu müssen.
Im Mittelpunkt von „Resonance“ steht deshalb weniger ein konkretes Thema als die Begegnung verschiedener Perspektiven. Für Acid Arab besitzt Musik die Kraft, Vorurteile abzubauen und Menschen miteinander zu verbinden. „Wenn sich deine Sicht auf andere verändert, dann hast du auch dich selbst grundlegend verändert“, beschreibt das Kollektiv. Der Austausch mit Künstler:innen unterschiedlicher Herkunft habe sie nicht nur musikalisch, sondern auch kulturell und persönlich bereichert.
Mit „Resonance“ setzt Acid Arab damit ein Zeichen für Offenheit, Zusammenarbeit und kulturellen Dialog. Das Album versteht sich nicht nur als Sammlung neuer Songs, sondern als Einladung, Grenzen zu überwinden und Menschen durch Musik miteinander in Verbindung zu bringen. Passend dazu formuliert die Band ihre Botschaft an die Welt in einem einzigen Satz: „Schaltet den Fernseher aus und geht auf andere Menschen zu.“
Text: Anil Mustafa
Buylink: www.acidarab.bfan.link/resonance
www.instagram.com/acid_arab
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