Anfisa Letyago kritisiert Musikszene: „100 % Hype, 0 % Musik“

Mit einem einzigen Satz hat Anfisa Letyago eine der meistdiskutierten Debatten der Woche in der elektronischen Musik ausgelöst.

Die in Russland geborene DJane und Produzentin veröffentlichte auf X ihre Einschätzung zur aktuellen Entwicklung der Szene: „Die aktuelle Situation in der Welt der elektronischen Musik: 100 % Hype, 0 % Musik.“

Die Aussage verbreitete sich schnell in den sozialen Medien und sorgte für zahlreiche Reaktionen. Fans, DJs und Labelverantwortliche beteiligten sich an der Diskussion und griffen die Frage auf, welche Rolle Musik heute im Vergleich zu Reichweite, Aufmerksamkeit und Vermarktung noch spielt.

Der Kommentar trifft einen Nerv, der die elektronische Musikszene bereits seit längerer Zeit beschäftigt. Immer häufiger stehen virale Clips, Social-Media-Präsenz, Influencer-Kampagnen, Markenkooperationen und die Jagd nach Aufmerksamkeit auf Plattformen wie TikTok im Mittelpunkt.

Gleichzeitig äußern viele Künstler die Sorge, dass musikalische Qualität und Fähigkeiten hinter den Decks dadurch an Bedeutung verlieren. Anfisa Letyago gehört selbst zu den Künstlerinnen, die ihre Karriere auf musikalischer Arbeit aufgebaut haben.

Die in Neapel lebende Produzentin betreibt mit N:S:DA ihr eigenes Label und ist für treibende, melodische Techno-Produktionen bekannt. Zudem stand sie bereits als Headlinerin auf Festivals wie Awakenings und Coachella auf der Bühne und arbeitete mit Musikern wie Moby zusammen.

Dabei hat sie nach eigener Darstellung stets Wert darauf gelegt, dass Können wichtiger sei als Ruhm. Gerade deshalb erhielt ihre Aussage besondere Aufmerksamkeit. Viele Beobachter sehen darin nicht nur eine provokante Meinungsäußerung, sondern auch Kritik an den Mechanismen, die die Branche zunehmend prägen.

Neu ist die Diskussion nicht. In den vergangenen Monaten haben sich immer wieder etablierte Künstler zu ähnlichen Themen geäußert. Im Kern richtet sich Letyagos Kritik auf eine einfache, aber grundlegende Frage:

Welche Wirkung hat Musik heute noch? Jenseits von Klickzahlen, Playlist-Platzierungen, Reichweitenwerten und algorithmischen Empfehlungen.

Quelle: We Rave You

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