
Seit ihrer Gründung im Jahr 2019 haben sich ARKADYAN mit einem organischen, genreübergreifenden Ansatz zu einer festen Größe im internationalen Electronic-Live-Kosmos entwickelt. Jazz, Afro, Reggae, Salsa und House fließen bei dem Trio ebenso zusammen wie Live-Instrumente und Clubenergie. Anlässlich ihres aktuellen Projekts, dem Remix zu AYO’s „Down On My Knees“ aus 2000, das damals große Erfolge feierte, sprechen ARKADYAN über ihre Entwicklung als Band, ihre gemeinsame kreative Sprache, die Bedeutung von Live-Momenten – und darüber, wie musikalische Geschichte und zeitgenössische Elektronik für sie zusammengehören.
ARKADYAN starteten 2019 und entwickelten sehr schnell einen eigenständigen Sound sowie eine klare Live-Identität. Wie würdet ihr beschreiben, was ARKADYAN heute ausmacht – im Vergleich zu euren Anfängen?
Von Beginn unserer Zusammenarbeit an haben wir gemeinsam einen eigenen Sound aufgebaut, doch unsere Musik hat sich über die Jahre stark weiterentwickelt. Sechs Jahre und hunderte Shows später fühlen wir uns vollkommen selbstverständlich nebeneinander auf der Bühne. Wir kennen uns sehr gut, und jede*r von uns hat innerhalb des Projekts eine klare Rolle gefunden. Unsere Interaktionen sind heute fließend und intuitiv. Dass wir zunehmend unsere eigenen Produktionen in die Sets integrieren, stärkt diese unverwechselbare Identität zusätzlich. Es ist genau diese Balance aus Verbundenheit, Erfahrung und Originalität, die den einzigartigen Sound von ARKADYAN prägt.
Euer Projekt basiert stark auf Zusammenarbeit, Live-Instrumentation und dem Überschreiten von Genregrenzen. Wie beeinflusst das Arbeiten als Trio euren kreativen Prozess – im Studio wie auf der Bühne?
Die Einflüsse, die unser Projekt antreiben, kommen vor allem aus unseren sehr unterschiedlichen musikalischen Hintergründen. Jede*r von uns ist früh in einem anderen musikalischen Universum aufgewachsen, was unseren kreativen Prozess ganz natürlich bereichert. Oft beginnt alles mit einem Funken: Jemand entdeckt einen Track, spürt eine bestimmte Emotion oder wird während eines Gigs von einer Idee inspiriert. Manchmal reicht schon eine Stimmung, eine Erinnerung oder eine musikalische Phrase, um etwas auszulösen. Von dort aus tauschen wir uns aus, diskutieren gemeinsam und bringen die Ideen ins Studio, wo sich alles je nach Energie und Kreativität weiterentwickeln kann. Aus einem flüchtigen Gefühl kann so – über einen längeren Prozess – ein neuer Track entstehen, den wir schließlich live zum Leben erwecken.
Ihr habt in sehr unterschiedlichen Kontexten gespielt – von großen Festivals wie Tomorrowland bis hin zu intimen Open-Air- und Destination-Venues. Welche Settings bringen die Essenz von ARKADYAN am stärksten zum Vorschein?
Ganz ehrlich: Für ARKADYAN ist es extrem wichtig, von den richtigen Menschen umgeben zu sein. Natürlich spielen Bühnengröße und Dancefloor eine Rolle, aber entscheidend sind für uns die Energie und die Menschen auf und um die Tanzfläche während der Show. Wenn die Vibes stimmen und wir auf derselben Frequenz sind, dann entsteht genau dort die wahre Essenz von ARKADYAN.
Ein bekannter Song wie „Down On My Knees“ bringt euch automatisch in einen Dialog mit musikalischer Geschichte. Wie wichtig ist es euch als Band, vergangene Einflüsse mit einem zeitgenössischen elektronischen Kontext zu verbinden?
Genau darin liegt die Essenz von ARKADYAN: eine echte musikalische Reise zu erschaffen – von Epoche zu Epoche, von Erinnerungen aus der Vergangenheit hin zu futuristischen Klängen. Mit über 20 Jahren musikalischem Background als Künstlerinnen und Musikerinnen – geprägt von Jazz, Rock, Reggae, Salsa, klassischer Musik und vielem mehr – sind diese Einflüsse tief in unserer DNA verankert. Sie haben uns geformt und unseren Zugang zu Sound definiert. Diese musikalischen Kulturen mit modernen Genres zu verbinden, fühlte sich für uns ganz natürlich an. Gerade elektronische Musik bietet unendliche Möglichkeiten, Tradition und Innovation, Emotion und Energie sowie Vergangenheit und Zukunft miteinander zu verschmelzen. Und ganz ehrlich: Es macht einfach unglaublich viel Spaß. Diese Freiheit zu experimentieren, durch Sounds zu reisen und Menschen über Musik zu verbinden, definiert ARKADYAN – und verbindet ganz nebenbei Millennials mit Gen Z.
Mit eurem immer dichter werdenden internationalen Tourkalender: Wie sieht die größere Vision für ARKADYAN jenseits von Releases und Shows aus? Wohin soll sich das Projekt künstlerisch entwickeln?
Wir arbeiten bereits daran, unsere „ARKADYAN Voyage“-Party, die in Dubai entstanden ist, auf andere Kontinente zu bringen. Es ist unglaublich spannend, dieses Konzept weiterzuentwickeln und unsere Vision mit einem weltweiten Publikum zu teilen. Gleichzeitig befeuert das Touren unsere Musikproduktion enorm. Unterwegs entstehen neue Verbindungen, Einflüsse und Inspirationen, die uns ganz natürlich zu weiteren Remixen und Kollaborationen führen werden. Außerdem denken wir ernsthaft darüber nach, in naher Zukunft ein eigenes Label zu gründen. Wir erhalten immer mehr Demos von Artists, die sich von unserem Sound und unserer Identität inspirieren lassen – der nächste logische Schritt wäre, eine Plattform zu schaffen, die unsere künstlerische Vision widerspiegelt und zugleich neuen Talenten Raum gibt.
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