Audio Production am SAE Institute – am Puls der Zeit

Audio Production am SAE Institute – am Puls der Zeit

Immer wieder sind bei uns im Magazin auch Absolvent*innen der SAE Institute zu finden – so zum Beispiel das Berliner DJ-Duo Pan-Pot. Ursprünglich als School of Audio Engineering, daher der Name, in Australien gegründet, lag der Fokus der Lehre zunächst auf Tontechnik. An den zehn Standorten allein in Deutschland kann man sich im Studiengang „Audio Engineering“ die technischen und kreativen Grundlagen für eine Karriere als Producer*in – aber auch für viele andere Berufsfelder in der Audiobranche – draufschaffen. In Berlin, Bochum, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, München, Nürnberg und Stuttgart findet man die Studiengänge von Bachelor bis Master.

Mit Amiram Paltin, seines Zeichens Fachbereichsleiter – oder wie man im SAE-Kosmos eher sagen würde – „Head Instructor Audio Production“ – in Köln sprechen wir darüber, was man alles erwarten kann, wenn man den Weg mit einem Bachelor am Campus in der Rheinmetropole beginnt:

Amiram Paltin

Hello Amiram, wir sprechen heute, weil du als Head Instructor am SAE Institute einen langjährigen Einblick in den Audio-Production-Studiengang hast. Zunächst einmal, was ist dein Background im Audio-Bereich und wie bist du an die SAE gekommen?

Musik war bereits recht früh ein Teil von meinem Werdegang – vor allem dank meinem Vater, der mich beispielsweise die Beatles, Led Zeppelin und andere Bands der alten Schule nahegebracht hat. An meiner Schule in Israel gab es eine Musical-Gruppe, in der ich mich um die ganze Technik gekümmert und somit intensiv mit Live-Mischungen beschäftigt habe. Nach dieser Zeit – ich wohnte damals in Israel – gab es im Land nirgendwo eine Option, so etwas wie Audio-Engineering zu studieren. Also entschied ich mich, zu meinen Großeltern zu reisen, die in Deutschland, in Wuppertal, gewohnt haben. Denn ganz in der Nähe hatte ich diese SAE-Schule in Köln von Israel aus schon für mich entdeckt. Nachdem ich mir den Campus vor Ort angeschaut hatte, wusste ich sofort, dass das hier das Richtige für mich ist. Somit war ich ab 2005 selbst Student bei am SAE-Institute. Nach dem Abschluss im Jahr 2007 kam erst einmal alles Mögliche: Vom Studierenden-Betreuer, zum freiberuflichen Live-Techniker bis zu Studio-Recordings mit verschiedenen Musiker*innen. Etwas später ging es für mich zum WDR, wo ich dann fest im Radioteam gearbeitet habe. Und irgendwann kam dann der Anruf vom SAE Institute.

Dann kannst du bestimmt gut beschreiben, wie sich das SAE-Institute seit deinem Studienleben entwickelt hat?

Auch wenn ich schon damals sehr begeistert war, muss man sagen, dass es früher am Campus ein bisschen wie im Wilden Westen war (lacht). Die Grundausbildung ist und

war das sogenannte „Diploma“, für den Bachelor-Abschluss musste man nochmal nach Berlin fahren. Mittlerweile sind wir deutlich größer und viel professioneller geworden: Unser Bachelor ist inzwischen staatlich anerkannt, denn wir arbeiten mit der englischen University of Hertfordshire zusammen, die unsere Bachelor-Studiengänge validiert.

Spannend, gerade die staatliche Akkreditierung bei einer privaten Hochschule ist ein Punkt, der vielen Bewerber*innen wichtig ist. Wie kann ich mir den Einstieg ins erste Semester vorstellen?

Also zunächst mal wollen wir die Studierenden vor Ort bei uns am Campus haben. Wir wollen viel Praxis, wir wollen das Machen so stark wie möglich verinnerlichen. Deswegen gibt es pro Woche zwei bis drei Online-Vorlesungen, wo man die ganze Theorie lernt – teilweise vermittelt von Producer-Koryphäen aus der ganzen Welt. Aber damit man auch wirklich hands on dabei ist, gibt es dazu jede Woche einen Praxisteil, wo eine Lehrkraft vor Ort alles zeigt und man auch selber experimentieren kann. Dazu steht dann jede Woche eine Aufgabe an, für die man dann die Arbeitsplätze oder Technik des Campus nutzen kann. Daraus entwickelt sich im Laufe des Semesters immer mehr Kompetenz, die in ein Semesterprojekt mündet, das dann einen deutlich größeren Umfang hat. Am Anfang ist das ein Podcast und in den darauffolgenden Semestern kann es auch eine immersive Audioproduktion sein. Nach Möglichkeit gibt es vor Ort am Campus immer Ansprechpartner*innen, an die sich unsere Studierenden wenden können für Feedbacks oder Fragen.

Euer Bachelor-Studiengang heißt ja „Audio-Production“, was ja ein breites Feld abdeckt – elektronische Musikproduktion, Band-Recording, Filmmischung, Hörspiel, Game-Audio. Wie ist das Ganze bei euch aufgeteilt und wie kann man sich da spezialisieren?

Ja genau, zur Audio-Production gehören wirklich alle genannten Bereiche. Wir beginnen hier im ersten Semester mit den Basics der Tontechnik – aber arbeiten auch schon mal viel in-the-box, damit Studierende direkt Ergebnisse bei sich am Laptop realisieren können. Darauf baut man auf, und schon ab dem zweiten Semester kommt einiges dazu, beispielsweise die  Auseinandersetzung mit Analogtechnik oder das Recording von Bands. Parallel dazu auch Filmvertonung mit allem, was dazu gehört – nämlich Filmanalyse, Foley oder auch die Filmmischung am Ende. Im dritten Semester kommen dann auch noch weitere Sachen dazu wie Game-Audio und Immersive Audio. Bei der Auswahl von Abschlussprojekten sind die Student*innen sehr frei, weil man alle Bereiche des Audio-Engineerings kennengelernt hat und es sich somit aussuchen kann, in welche Richtung es gehen soll.

 

Du bist ja seit Jahren Köln based, wo einer eurer größten Campus ist – wie viele Mitstudenten könnte man dann in eurem schönen Innenhof antreffen?

Mit den anderen Fachbereichen sind es gerade knapp 300 Student*innen in Köln – und gerade deswegen ist es auch so leicht und wichtig, sich hier schon zu connecten. Andere Fachbereiche wie Filmproduktion oder Game-Art brauchen ja auch Audio-Engineers, und es gibt immer wieder diese tollen Beispiele, wo sich fünf Leute aus verschiedenen Bereichen zusammentun und nach dem Studium z.B. eine Filmproduktionsfirma gründen, weil sie sich bei uns am Campus kennengelernt haben.

Eine Sache, die man natürlich ansprechen muss, ist die Finanzierung des Studiums. Da ihr eine private Hochschule seid, kommen hier deutlich mehr Gebühren auf Studierende zu als an einer staatlichen Universität. Deswegen eine Frage nach deiner Einschätzung: Welche Eigenschaften sollte man mitbringen, damit man in der Kreativwirtschaft nach der Ausbildung bei euch davon leben kann?

Ich bin der festen Überzeugung, dass gute Leute, die Bock haben und sich konstant Mühe geben, alle einen geilen Job finden. Und deswegen sage ich immer schon von der ersten Stunde an, dass man sich wirklich reinhängen muss.

Grundsätzlich – und das gilt für alle Medienindustriebereiche – ist es wirklich sehr wichtig, sich einfach mit Menschen auseinandersetzen zu können. Also mit Menschen reden, mit Menschen klarkommen, Spaß haben mit Menschen, mit denen man an Projekten arbeitet. Für mich ist das wirklich ein Hauptaspekt.

Aber für das SAE Institute gesprochen gibt es da viele Beispiele von Leuten, die es geschafft haben. Diese Beispiele werden auch alle im Podcast „Life after SAE“ besprochen, der alle zwei Wochen rauskommt. Es sind verschiedene Leute dabei – vom Absolventen, der seit zwei Jahren fertig ist, bis zu Größen, die seit 30 Jahren fest etabliert in der Branche sind.

Aber natürlich gibt es den finanziellen Aspekt eines Studiums an einer privaten Hochschule. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass man bei uns den Bachelor-Abschluss deutlich schneller erlangen kann und früher ins Berufsleben startet. Und es hat für mich noch einen anderen entscheidenden Vorteil: Wir können deutlich schneller unseren Lehrplan anpassen, auf Dinge reagieren, die die Industrie fordert.  Ein gutes Beispiel ist KI. Wir warten jetzt nicht sechs Jahre, sondern packen das Thema sofort ins Curriculum.

Wie geht ihr denn auf das Thema KI ein?

Im Moment integrieren wir KI in alle dafür sinnvollen Module wie z.B. in die Audio-Restauration oder Tonhöhenkorrektur, um hier in die Praxis zukommen. Nebenher arbeiten wir aber mit Hochdruck daran, weitere KI-Inhalte ab dem nächsten Studienjahr einführen zu können.

Was erwartet denn jemanden, der sich intensiv mit elektronischer Musik bei euch beschäftigten möchte?

Unsere Dozierenden decken ein wirklich breites Spektrum an Fachwissen ab, um im Bereich elektronischer Musik fit zu werden. Das erstreckt sich über Spezialist*innen für Klangsynthese, Beat-Programming oder Sampling. Beim Sampling geht es dann sowohl um die Technik als auch Sampling-Rechte – ein sehr wichtiger Part. Wir haben Dozent*innen, die sich nur mit Effekten im Studio auseinandersetzen. Dann gibt es Dozenten, die mit den Studierenden das Mixing durchnehmen. Das baut sich also alles nach und nach auf. Auch die freien Projekte können dann in die elektronische Richtung gehen: Bau eine eigene Sample-Bank auf, erstelle Demo-Tracks damit und erstelle einen Businessplan. Oder kreiere elektronische Musik und mische sie auf unserem 19.1. Auralite oder 7.1.4. Atmos Studio. Vor Ort haben wir tolle Hardware-Synthies von Roland, Korg oder Access und natürlich akustisch optimierte Studios, die unsere Student*innen nutzen können. Auf dem Kölner Campus kommt bald auch noch eine Neve 88RS-Konsole dazu.  Neben der Lehre legen wir sehr großen Wert auf die technische Ausstattung. Wer neugierig ist, kann sich auf unseren Open Campus Events selbst einen Eindruck davon verschaffen.

Eine Sache, mit der ihr auch ziemlich viel werbt, ist euer Alumni-Netzwerk. Wie sieht in dem Kontext der Support nach dem Studienabschluss aus?

Das ist wie immer sehr individuell, ob man das wirklich nutzt oder nicht. Wenn man es nutzt, finde ich unser Alumni-Netzwerk wirklich extrem gut. Unsere weltweite Alumni- Association mit über 15.000 Mitgliedern hilft, dein Netzwerk aufzubauen und zu pflegen. Der Austausch erfolgt über unsere Onlineplattform SAE Cosmos, aber auch vor Ort auf zahlreichen Events, wie etwa unseren Masterclasses mit Profis aus unterschiedlichsten Unternehmen. Wir haben da zunächst einmal banale Vorteile wie Rabatte von Technikherstellern. Ich glaube aber, dass der Hauptvorteil, den man als Alumni mitnehmen kann, im Lifelong-Learning liegt. Deswegen machen wir immer wieder Masterclasses, in denen Profis aus unterschiedlichen Unternehmen Impulse zu neuen kreativen Techniken geben. Es gibt auch beispielsweise die Möglichkeit, als Alumni mit mir als Fachbereichsleiter ein Karrieregespräche zu führen und dabei zusammen aufs Portfolio und die Bewerbung zu schauen. Darüber hinaus gibt es auch das SAE-Jobportal, wo jede Menge Jobs zu finden sind. Das Highlight ist aber ganz sicher unsere SAE Convention, bei der sich alle zwei Jahre Alumni aus der ganzen Welt persönlich treffen und bei der wir die SAE Alumni Awards für die besten Medienproduktionen vergeben. Dort hat man dann auch gute Chancen, weltweit gefeierte Alumni zu treffen. Denn viele unserer ehemaligen Studis wurden mit internationalen Preisen ausgezeichnet. Jüngstes Beispiel: Im Januar 2025 erhielt unser Alumnus Hans-Martin Buff einen Grammy in der Kategorie „Best Immersive Audio Album“.

Text: Bastian Gies
www.sae.edu
Aus dem FAZEmag 161/07.2025