Autounfall & Mord: Zwei Todesfälle erschüttern die elektronische Szene

Die elektronische Musikszene trauert derzeit um zwei einflussreiche und aufstrebende Persönlichkeiten.

Innerhalb weniger Tage wurden der Tod der Künstlermanagerin Leticia van Riel sowie die Tötung des Songwriters Talay Riley bekannt. Beide hinterlassen in ihren jeweiligen Bereichen deutliche Spuren.

Besonders groß ist die Betroffenheit nach dem Tod von Leticia van Riel. Die brasilianisch-französische Managerin kam bei einem Autounfall auf Ibiza ums Leben. Über 15 Jahre war sie in der elektronischen Musikbranche tätig und betreute in den vergangenen sieben Jahren gemeinsam mit Sama‘ Abdulhadi deren Karriere.

Vor ihrer Arbeit mit Abdulhadi managte van Riel über ein Jahrzehnt die Künstler ANNA und Wehbba. Nach einem Studium im Bereich Eventmarketing-Management an der Royal Holloway University begann sie ihre Karriere in London und arbeitete unter anderem für die Agenturen MN2S, IMD und Safehouse.

2015 zog sie nach Spanien. Drei Jahre später gründete sie LvR Management. Der Schwerpunkt lag auf Künstlerentwicklung und langfristigem Karrieremanagement. Darüber hinaus engagierte sie sich im Mentoring und unterstützte Nachwuchskräfte der Branche über das eigene LvR-Mentoring-Programm.

Der International Music Summit würdigte sie als „eine prägende Figur der elektronischen Musikszene“. IMS-Mitbegründer Ben Turner erklärte: „Leticia war eine der positivsten und effektivsten Personen, mit denen ich je in dieser Branche zusammenarbeiten durfte.“

Auch Sama‘ Abdulhadi reagierte auf die Nachricht und sagte einen geplanten Festivalauftritt in Irland ab. „Nach dem herzzerreißenden Tod meiner Co-Managerin und lieben Freundin Leticia musste ich mich schweren Herzens dazu entschließen, meinen Auftritt morgen abzusagen“, schrieb sie. In dieser „unglaublich schmerzhaften Zeit für uns alle“ müsse sie bei ihrem Team und ihren Angehörigen sein.

 

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Zeitgleich erschüttert ein weiterer Todesfall die Musikwelt. Der Grammy-prämierte Songwriter Talay Riley, mit bürgerlichem Namen Mark Orabiyi, wurde bei einer tödlichen Messerattacke in London getötet.

Der 35-Jährige wurde am 5. Juni mit Stichverletzungen in einem Garten im Stadtteil Silvertown gefunden und noch vor Ort für tot erklärt. Ein weiteres Opfer, ein Mann in seinen Zwanzigern, erlitt ebenfalls Stichverletzungen, schwebt laut Polizei jedoch nicht in Lebensgefahr.

Drei Personen wurden wegen Mordverdachts festgenommen. Ein 27-jähriger Mann kam zunächst gegen Kaution frei, während ein 24-jähriger Mann und eine 25-jährige Frau ohne weitere Maßnahmen entlassen wurden.

Die zuständige Ermittlerin erklärte: „Unsere Ermittlungen laufen auf Hochtouren.“ Zudem rief sie mögliche Zeugen dazu auf, sich bei der Polizei zu melden und vorhandenes Video- oder Überwachungsmaterial zur Verfügung zu stellen.

Talay Riley war eng mit der elektronischen Musik verbunden. 2017 war er als Sänger auf Tiëstos Track „Harder“ zu hören. Außerdem schrieb er an Martin Garrix‚, David Guettas und Brooks‚ Kollaboration „Like I Do“ mit.

Weitere Songwriting-Credits sammelte er unter anderem für Dua Lipa, Usher, Kelela, Wilkinson und Chip. Gemeinsam mit seinem Bruder Michael Orabiyi, der auch unter dem Namen Scribz Riley bekannt ist, gewann er einen Grammy für das Mitschreiben des Songs „Lights On“ auf dem 2020 veröffentlichten HER-Album.

In einem Nachruf beschrieb die Familie ihn als „geliebten Sohn, Bruder, Onkel und Freund“. Zahlreiche Künstler reagierten mit öffentlichen Beileidsbekundungen. Craig David erinnerte sich an Riley als Menschen mit einer „wunderbaren Ausstrahlung“. Stormzy und Kehlani gehörten ebenfalls zu den Musikern, die ihre Anteilnahme ausdrückten.

 

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Quelle: Resident Advisor / DJ Mag

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