
In Berlin werben Dealer inzwischen offen per Briefkasten-Flyer für illegale Drogen.
In Friedrichshain tauchten bedruckte Zettel auf, die einen Lieferdienst mit dem Namen „Mike VIP Shuttle“ bewerben. Bestellt wird per WhatsApp, der angegebene Mindestbestellwert liegt bei 50 Euro.
Auf der Rückseite der Flyer sind mit Symbolen verschiedene Substanzen aufgeführt, darunter Kokain, Cannabis, Speed und MDMA. Unter der angegebenen Nummer existiert tatsächlich ein WhatsApp-Kanal namens „Mike VIP“, zusätzlich wird eine Ersatznummer genannt, falls es zu Problemen kommt.
Für die Polizei ist diese Methode keine neue Entwicklung, sondern eine weitere Variante bekannter Vertriebswege. Bereits zuvor nutzten Dealer Visitenkarten, Aufkleber oder QR-Codes an Laternen und Stromkästen.
Solche Werbemittel tauchten im Herbst auch außerhalb Berlins, etwa in Hamburg, auf. Seit Jahren sind in Berlin sogenannte Kokstaxis aktiv, die Drogen per Auto ausliefern. Bestellungen laufen über Messenger-Dienste wie WhatsApp oder Telegram, häufig mit Prepaid-Handys unter falschen Namen.
Zwar nimmt die Polizei regelmäßig Ausliefer-Fahrer fest, doch die Hintermänner bleiben meist unbehelligt. Bundesweit stiegen die registrierten Kokain-Delikte 2024 auf knapp 31.000 Fälle, ein Plus von 4,5 Prozent, bei Sicherstellungen von rund 24 Tonnen.
In Berlin wurden 2023 über 2.000 Kokain-Vorgänge erfasst, deutlich mehr als 2017. 2024 erreichte die Zahl der Drogentoten mit 294 Fällen einen neuen Höchststand. Behörden werten Kokain-Lieferservices daher nicht mehr als Randerscheinung, sondern als Teil eines wachsenden urbanen Marktes.
Quelle: BZ
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