
Bicep veröffentlichen am 29. Januar 2027 ihr drittes Studioalbum. „SLUG“ umfasst 18 Tracks und soll laut dem Duo zwischen Rave, Breakbeat, gesangsbetonten Stücken und Ambient-Klanglandschaften wechseln.
Im Zentrum steht dabei das Spiel mit Gegensätzen – musikalisch wie in den begleitenden Filmen. Der Titel „SLUG“ geht auf den Kontrast zwischen der vertrauten Landschnecke und ihren farbenprächtigen Verwandten unter Wasser zurück. „Man denkt an etwas Bestimmtes, aber tatsächlich existiert eine ganz andere Welt jenseits dessen, was man zunächst wahrnimmt“, erklären Bicep. Diese Idee zieht sich durch das Album: klare Drum-Patterns treffen auf Verzerrung, makelloser Gesang auf analoge Bearbeitung und sanfte Synthesizer auf raue Texturen.
Widersprüche als kreatives Prinzip
Für „SLUG“ wollten Bicep ihr musikalisches Repertoire erweitern und die Erwartungen an ihren Sound aufbrechen. Gefühle wie Glück und Trauer sollten nicht aufgelöst, sondern nebeneinandergestellt werden. „Widersprüchliche Gefühle zusammenzubringen, macht sie stärker und intensiver“, sagt das Duo über den Ansatz.
Das Album entstand nach einer Pause vom Touren und dem üblichen Musikzyklus. Bicep hörten weniger Neuerscheinungen und beschäftigten sich stattdessen mit ihrem Studioarchiv. Alte Demos und Ideen aus früheren Jahren wurden neu bearbeitet. Das Album sei ein „Gespräch mit unserem früheren Ich“ darüber, welche Vorhaben sie nun umsetzen könnten.
Kurzfilme führen in eigene Welten
Die Albumveröffentlichung wird von einer dreiteiligen Kurzfilmreihe begleitet. Im neuesten Film folgt die Handlung einer Gruppe von Taubenzüchtern bei einem Raubzug. Regisseur Alex Takács ließ sich von einem Bericht über eine gestohlene, besonders wertvolle Brieftaube inspirieren. Die Geschichte greift laut ihm die Dualität aus Schönheit und Schrecken auf.
Auch Bicep wollten die Themen aus dem Studio in andere Medien übertragen. Die Filme zeigten sehr unterschiedliche Nischenwelten – von freien Partys über Taubenzucht bis zu Demolition Derbys. Diese seien abseits des Mainstreams angesiedelt und verbänden jeweils „Schönheit, Dunkelheit und Chaos“.
Auch die visuelle Gestaltung des Albums arbeitet mit Gegensätzen, Schichtungen, Verzerrungen und leuchtenden Farben. Für Artwork und Fotografie kamen analoge Materialien und Druckverfahren zum Einsatz. Bicep schätzen daran die Unvorhersehbarkeit: Ein Polaroid oder ein Originalabzug habe eine Lebendigkeit und Tiefe, die in einer makellos reproduzierbaren digitalen Welt verloren gehen könne.
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