
Die aktuelle angespannte Situation in den USA, verursacht durch die Morde und gewalttätigen Einsätze der US-Einwanderungsbehörde ICE, trägt langsam aber sicher auch Spuren in der Szene der Kulturschaffenden.
Während sich bereits früh Autoren wie Stephen King oder Schauspieler wie Mark Rufallo gegen die Behörde ausgesprochen haben, schwappen die Bedenken mittlerweile auch in die Clubs und elektronischen Szenen.
Darius Syrossian hat nun mit einem über Social Media veröffentlichten Statement nicht nur seine Haltung verdeutlicht, sondern auch Taten folgen lassen: Eine Absage aller anstehenden Gigs in den Vereinigten Staaten.
Zunächst reflektierte der DJ und Produzent mit iranischen Wurzeln seine vergangenen Shows, freute sich über die Stimmung und kündigte zudem ein seltenes Disco-Set gemeinsam mit Elicia Wilkinson an. Anschließend wurde es ernster.
„Ich möchte erklären, warum ich mich aus allen meinen US-Shows zurückziehe, darunter LA, San Diego, New York und auch die Miami Music Week“, so Darius Syrossian. Für diese Erklärung holte er weiter aus:
„Aufgrund der anhaltenden Reisebeschränkungen der Trump-Regierung aufgrund von ethnischer Zugehörigkeit und Nationalität – Teil einer umfassenderen Reihe von Maßnahmen, die Menschen aufgrund ihrer Identität und Herkunft diskriminieren, ausgrenzen und marginalisieren – habe ich derzeit ernsthafte Bedenken, in die Vereinigten Staaten zu reisen.“
Die Entscheidung sei ihm nicht leichtgefallen, „Aber zu schweigen oder so zu tun, als wäre nichts geschehen, ist keine Option, wenn Diskriminierung auf höchster Regierungsebene zur Normalität wird.“
Er ergänzte, Kunst solle „für Freiheit, Würde und Gleichberechtigung“ stehen und könne nicht von den „Realitäten getrennt“ werden, mit denen Menschen täglich konfrontiert seien. Anschließend drückte er Betroffenen seine Solidarität aus.
„Ich habe einige großartige Freunde in den USA und ich weiß, dass sich viele Menschen auf meine bevorstehenden Shows gefreut haben, aber mir bleibt keine andere Wahl, als diese Entscheidung zu treffen.“
Seine Community stellt sich hinter ihn. „Mehr Künstler und Menschen müssen die Vereinigten Staaten boykottieren“, schreibt eine Userin auf Facebook. „Wenn die Regierungen der übrigen Welt zu schwach sind, um sich gegen diesen widerlichen Kerl zu wehren, dessen Namen ich nicht einmal aussprechen kann, dann müssen die Menschen weltweit ihre Solidarität zeigen.“
„Ich verstehe deine Entscheidung und unterstütze dich immer“, kommentiert ein weiterer User auf Instagram. „Es ist nie einfach, aber man muss für das einstehen, was man für richtig hält. Deine Seele hat dir etwas gesagt und du hast darauf gehört, das ist das Beste, was du tun kannst.“
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