
Für Zehntausende Hardstyle-Fans endete die Defqon.1 2026 abrupt. Am Freitagmorgen gab Veranstalter Q-dance bekannt, dass das Festival im niederländischen Biddinghuizen mit sofortiger Wirkung beendet wird. Auslöser ist die höchste Hitzewarnstufe des niederländischen Wetterdienstes KNMI.
Mit der Ausrufung von Code Red wegen extremer Hitze sahen sich Veranstalter und Behörden gezwungen, die verbleibenden Festivaltage abzusagen. Laut Quelle ist es das erste Mal, dass in den Niederlanden wegen hoher Temperaturen überhaupt eine Warnung dieser höchsten Stufe ausgesprochen wurde. Für Freitag wurden Temperaturen von bis zu 38 Grad erwartet.
In einem offiziellen Statement wandte sich Q-dance an die Besucher, die traditionell als „Warriors“ angesprochen werden. „Das Undenkbare ist passiert“, erklärte der Veranstalter und machte deutlich, dass eine Fortsetzung der Veranstaltung unter den Bedingungen nicht mehr möglich gewesen sei.
Bereits einen Tag zuvor hatte Q-dance versucht, das Festival unter veränderten Bedingungen fortzuführen. Nach Angaben von NL Times wurden sämtliche Tagestickets für Freitag und Samstag annulliert. Dadurch sollte die Zahl der Besucher pro Tag um rund 15.000 reduziert werden.
Das Ziel bestand darin, die Belastung auf dem Gelände zu verringern. Mehr Schatten, ein besserer Zugang zu den Einrichtungen und weniger Gedränge sollten helfen, die Auswirkungen der extremen Temperaturen abzumildern. Mit der offiziellen Code-Red-Warnung reichten diese Maßnahmen jedoch nicht mehr aus.
„Wir sind absolut am Boden durch diese Entwicklung“, erklärte Q-dance nach der endgültigen Entscheidung. Während das musikalische Programm vollständig eingestellt wurde, bleiben Zehntausende sogenannte Weekend Warriors zunächst auf dem Campinggelände, da viele ihre Heimreise nicht kurzfristig organisieren können.
Der Campingbereich bleibt deshalb bis Freitag geöffnet. Besucher, die sich noch auf der Anreise befinden, sollen laut Veranstalter nicht mehr zum Festivalgelände fahren, da dieses für weitere Gäste gesperrt wurde.
Q-dance kündigte an, sämtliche Tickets zu erstatten. Informationen zu möglichen weiteren Entschädigungen sollen nach dem Wochenende veröffentlicht werden. Zusätzliche Kosten, beispielsweise für Unterkünfte oder die Rückreise, werden nach Angaben des Veranstalters jedoch nicht übernommen.
Kurz nach Bekanntwerden der Entscheidung verbreiteten sich in den sozialen Medien leider auch Videos von chaotischen Szenen vor den Toren des Festivals. Einige Besucher wirkten fassungslos, andere wütend. In einzelnen Aufnahmen sind tumultartige Situationen und beschädigte Absperrungen zu sehen. Über Schlimmeres wurde bislang nicht berichtet.
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Die Defqon.1 gilt als das größte Hardstyle-Festival der Welt. Laut Musicnews zieht die Veranstaltung seit ihrer Gründung im Jahr 2003 jährlich mehr als 250.000 Besucher aus über 100 Ländern an. Ein vollständiger Abbruch während des laufenden Festivalbetriebs hatte zuvor noch nie stattgefunden.
Die Hitzewelle hat in dieser Woche auch andere Veranstaltungen in den Niederlanden beeinträchtigt, die abgesagt oder eingeschränkt wurden. Als vergleichbares Beispiel nennt die Quelle das Southside-Festival in Deutschland, das nach einer wetterbedingten Unterbrechung wieder fortgesetzt werden konnte. Zudem erinnert sie daran, dass am Wochenende zuvor auf dem Hurricane-Festival eine Besucherin ums Leben gekommen war.
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Quelle: Frankfurter Rundschau
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