
Der deutsche Musikmarkt ist 2025 weiter gewachsen, allerdings deutlich langsamer als in den Jahren zuvor.
Nach Angaben des Bundesverbands Musikindustrie (BVMI) lag der Gesamtumsatz der Branche bei 2,42 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit verliert das Wachstum deutlich an Tempo. 2024 hatte der Markt noch um 7,2 Prozent zugelegt.
Das aktuelle Ergebnis liegt zudem nur knapp über der Inflationsrate in Deutschland, die im Jahr 2025 bei 2,2 Prozent lag. Real betrachtet zeigt sich damit kaum eine Entwicklung nach oben. Auch das gesamtwirtschaftliche Umfeld spiegelt diese Entwicklung wider.
Das deutsche Bruttoinlandsprodukt wuchs 2025 lediglich um 0,2 Prozent. Es war das erste Wirtschaftswachstum nach zwei aufeinanderfolgenden Jahren mit Rezession. Der wichtigste Umsatztreiber bleibt weiterhin das Streaming.
Die Erlöse aus Streaming-Angeboten stiegen im Jahr 2025 auf zwei Milliarden Euro. Damit entfallen allein 84,4 Prozent des gesamten Umsatzes im deutschen Musikmarkt auf dieses Segment.
Rechnet man Downloads und andere digitale Formate hinzu, dominiert der digitale Bereich den Markt nahezu vollständig. Insgesamt entfallen 85,8 Prozent der Umsätze auf digitale Angebote, was einem Volumen von knapp zwei Milliarden Euro entspricht.
Trotz der weiterhin starken Marktposition hat sich die Dynamik im Streaming deutlich verlangsamt. Das Wachstum lag 2025 nur noch bei 4,1 Prozent und bleibt damit klar hinter den zweistelligen Zuwächsen früherer Jahre zurück.
Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich auch in anderen europäischen Märkten. In Großbritannien, dem drittgrößten Musikmarkt der Welt, stiegen die Einnahmen aus Streaming-Abonnements 2025 lediglich um 3,2 Prozent. Dieses Wachstum entsprach damit nur ungefähr der britischen Inflationsrate.
Während digitale Angebote dominieren, verliert das Geschäft mit physischen Tonträgern in Deutschland weiter an Bedeutung. Die Erlöse aus diesem Segment sanken 2025 um 5,9 Prozent auf insgesamt 345 Millionen Euro. Der Anteil am Gesamtmarkt beträgt damit noch 14,2 Prozent.
Die langfristige Entwicklung zeigt einen deutlichen Rückgang. Im Jahr 2015 hatten physische Formate noch mehr als eine Milliarde Euro umgesetzt. Seitdem hat sich der Umsatz in diesem Bereich mehr als halbiert.
Besonders stark betroffen ist weiterhin die CD. Die Erlöse aus CD-Verkäufen sanken auf rund 175 Millionen Euro. Damit bleibt sie zwar weiterhin das meistverkaufte physische Format, verliert jedoch kontinuierlich Marktanteile.
Deutlich stabiler entwickelt sich dagegen das Vinyl-Segment. Schallplatten verzeichneten 2025 ein Umsatzplus von 2,8 Prozent. Ihr Anteil am gesamten Tonträgerumsatz stieg dadurch auf 44,2 Prozent, nachdem er im Jahr zuvor noch bei 40,5 Prozent gelegen hatte.
Auch am Gesamtmarkt gewinnt Vinyl an Gewicht. Der Anteil liegt mittlerweile bei 6,3 Prozent. Damit verkleinert sich der Abstand zur CD weiter, die bislang noch das führende physische Format bleibt.
Ein Blick nach Großbritannien zeigt jedoch ein anderes Bild im physischen Markt. Dort stiegen die Erlöse 2025 deutlich, angetrieben durch einen starken Vinyl-Boom von 18,5 Prozent. Eine vergleichbare Dynamik ist in Deutschland derzeit nicht zu beobachten.
Trotz der moderaten Entwicklung bleibt Deutschland ein zentraler Markt für die Musikindustrie. Gemessen am Umsatz gilt das Land weiterhin als viertgrößter Musikmarkt der Welt. Umgerechnet entspricht der Jahresumsatz von 2,42 Milliarden Euro etwa 2,73 Milliarden US-Dollar.
Quelle: Loop Rituals
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