
Berlin bekommt einen neuen und ganz intimen Blick auf seine Clubgeschichte: Unter dem Titel „Elegantly Wasted“ präsentiert das Urban Spree eine umfangreiche Austellung mit Fotografien von Ben de Biel, der den Kreuzberger Club Ritter Butzke über mehrere Jahre hinweg mit seiner Kamera begleitete. Es wird dabei eine Ära der Berliner Clubkultur zwischen 2009 und 2016 begleitet, die der Kurator Max Dax als unwiderbringlich unbeschwert bezeichnet.
Kuratiert wird das Projekt von Max Dax, der die Bilder als Momentaufnahmen einer inzwischen vergangenen Haltung liest. Während das heutige Nachtleben stärker von gesellschaftlichen Spannungen, politischen Veränderungen und den Auswirkungen der Pandemie geprägt ist, fangen Biels Fotos eine Zeit ein, in der der Dancefloor für viele ein abgeschotteter Zufluchtsort war.
De Biel konnte diese Perspektive einnehmen, weil er selbst Teil der Szene war. Er war nicht nur Beobachter, sondern selber Teil der Menge. Als Clubbetreiber, Mitarbeiter und später Fotograf bewegt er sich selbstverständlich durch die Räume und gehört zum vertrauten Kreis. Genau das verschaffte ihm Zugang zu Orten, in denen eine Linse normalerweise absolut tabu ist: Garderobe, Barteam, Backstage, DJ-Pult. Weil er von der Szene akzeptiert wurde, bewegte er sich fast unsichtbar durch die Nacht, und so bieten seine für die Ausstellung gewählten rund 125 Schwarz-Weiß- und Farbfotografien intime, ungefilterte Einblicke.
Über die Jahre sammelte de Biel mehrere zehntausend Aufnahmen aus dem Ritter Butzke. Kurator Max Dax sichtete rund 13.000 davon. Am Schluss kristallisierten sich jene 125 Aufnahmen für die Ausstellung heraus, welche die Essenz dieser hedonistischen, zugleich vergänglichen Ära einfangen.
„Elegantly Wasted“ ist bis zum 20. Dezember im Urban Spree zu sehen, jeweils dienstags bis samstags von 11 bis 19 Uhr. Ein umfassender Katalog erscheint im Verlag Snoeck.
Quelle: Tagesspiegel
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